Freitag, 24. September 2010

Dogmen und Dogma oder: über die Kritik in der Rap-Szene

"Allgemein hält Staiger den Umgang mit Kritik in der deutschen Hip Hop Szene für verbesserungswürdig, weswegen er einen Runden Tisch anregt, bei dem über das Thema zwischen Künstlern und Redakteuren gesprochen werden sollte"


(Quelle: http://rap.de/news/5165 )

Über Reaktionen von Rappern auf Kritik zu sprechen bedeutet, über Reaktionen auf Reaktionen zu sprechen. Kritik ist nie Aktion, immer Reaktion. Will man also über dieses Thema reden, muss man bei der Aktion, in diesem Falle also dem musikalischen Erzeugnis eines Rappers anfangen, um dann auf die Reaktion, die Kritik dieses Erzeugnisses, zu kommen.

Fangen wir also bei der Musik an. Hiphop als Musik wie auch als Lifestyle oder meinetwegen Kultur ist ein Importprodukt aus den USA, was u.a. den hohen Grad an Anglizismen im Deutschrap - Flow, Skills, Tight, Beat etc. - erklärt. Als Importprodukt hatte Hiphop lange Zeit mit kulturellen Differenzen zu kämpfen. Während es in den USA vornehmlich Farbige waren, die sich an dieser neuen Kunstform versuchten (und damit größtenteils die weiße Mittelschicht-Jugend der Vorstädte belieferten), waren es hier eben jene Mittelschicht-Kids, die anfingen zu rappen. Während die US-Rapper im Gangsta-Rap die Ghettoisierung amerikanischer Großstadtsprawls und die Perspektivlosigkeit der schwarzen Jugend thematisierten, im politischen Conscious-Rap teils radikale Black-Panther-Parolen verwendeten und im Porno-Rap das Klischee des langschwänzigen, überpotenten Schwarzen karikierten, taten sich die Deutschen etwas schwerer. Denn im Beipackzettel des Importprodukts Hiphop wurde gleich der Slogan "Keep It Real" mitgeliefert. Noch in den 90er Jahren wurde im Deutschrap stets mahnend betont, wir seien ja nicht in Compton oder der South Bronx und von Zuständen wie drüben weit entfernt.

Der deutschsprachige Rap beschränkte sich daher auf Competition, selbstreferentielle Rap-ist-mein-Leben-Sprüche, Wortspielereien, das Suchen nach ausgefallenen Reimworte und dergleichen - im Grunde genommen nur konsequent wenn man bedenkt, dass Deutschland sich nach wie vor als das Land der Dichter und Denker versteht.

Erst als sich der deutsche Rap ab etwa der Jahrtausendwende vornehmlich in der Berliner Szene der bislang geschmähten Sparten Gangsta und Porno annahm zeichnete sich der rückwärts gerichtete Alterungsprozess des deutschen Hiphop in aller Deutlichkeit ab. Während der amerikanische Rap "drüben" mit allen Phasen von der Kindheit über die Pubertät organisch heranwuchs, kam er in Deutschland als fertiger Erwachsener an. Und er holt seither nicht bloß die Kindheit nach, die er hierzulande nie so richtig haben durfte, er entwickelt sich wie Benjamin-Button zum Kind zurück.
Inzwischen rappt in Deutschland nämlich dieselbe soziale Klientel wie damals in Amerika: Migranten, gesellschaftliche Außenseiter, die Unterschicht, das, was Soziologen das "abgehängte Prekariat" betiteln. Und sie tut dies nicht in Jugendzentren unter der Aufsicht altlinker Sozialpädagogen, die stolz sind dass "ihre Kids wenigstens mal was Sinnvolles" machen, sondern losgelöst von sämtlichen Dogmen und jeglicher Aufsicht.

Dass sie dabei nicht weniger dogmatisch sind als die Deutschrapper der 90er Jahre muss an dieser Stelle genausowenig diskutiert werden wie die Frage, ob sich der einfache, auf Schlagworte reduzierte Straßenrap hierzulande ausgelutscht hat. Vielmehr wollen wir nun auf die Kritik, und damit die szeneinterne Reaktion auf diese Art Musik kommen.

Unter den Rap-Kritikern finden vornehmlich Altvordere des Deutschrap, typische Oldschooler, also zusammengefasst: alle diejenigen, die vor zehn Jahren das erwachsene, auf Competition und Wortspiele zentrierte Importprodukt Hiphop abgefeiert haben. Und wie alle Erwachsenen es seit ewigen Zeiten tun blicken sie auf die nachfolgende Generation mit einer Mischung aus Ablehnung und Unverständnis, welche sich im Alltag im abgenutzten "Diese Jugend von heute"-Spruch äußern würde.
Im Alltag. Im Hiphop schlägt sie eher mit Sprüchen wie "Das soll Rap sein? Die benutzen ja nichtmal Doppelreime" zu Buche, und hier mischt sich ein weiteres, vielleicht typisch deutsches Phänomen ein, der Kulturchauvinismus: Kunst, das ist ein bestenfalls akademisches, in jedem Falle aber mit hohem geistigen Aufwand verbundenes Produkt, dahinter stecken große Gedanken, also alles, was die klassische Deutschlehrer-Frage "Was will uns der Dichter damit sagen?" rechtfertigt. Folgerichtig guckt sich der Kulturchauvinist also den Künstler an und sieht bloß den Neuköllner Kanaken mit Hauptschulabschluss, und was kann so einer sich schon groß dabei gedacht haben, als er sich seine lyrisch einfachen gewaltverherrlichenden und/oder frauenfeindlichen Texte zusammengereimt hat...?

Wie der Kulturchauvinismus sich in der Praxis äußert sieht man am öffentlichen Umgang mit der Rapperin Lady Bitch Ray. Ihre Porno-Rap-Texte sind in der Wortwahl nicht anders als die ihrer männlichen Kollegen. Aber Lady Bitch Ray hat Germanistik studiert und ist Doktorandin an der Uni remen, und während die Zeitschrift "Stern" einst die Pornoraps des nichtstudierten Künstlers Frauenarzt als "Vergewaltigungs-Alptraumszenarien" betitelte, wurden Lady Bitch Rays kaum zimperlichere Texte in der Zeitschrift "Die Zeit" als "perfekte Imitation der Jugendsprache" gelobt - klar, die Dame hat studiert, da muss ja mehr dahinterstecken.

Dass der Kulturchauvinismus auch die Mehrheit der Deutschrap-Szene dominiert sieht man weniger an direkter Herabsetzung von Künstlern aus dem Straßenmillieu - das geht nicht, denn der Hiphopper ist laut Selbstverständnis natürlich tolerant -, sondern an den Ansprüchen, die landläufig an "guten Rap" gestellt werden: ungewöhnliche und mehrsilbige Reimworte, ausgefeilte Vergleiche, durchdachte Punchlines und gedanklich klar strukturierte Texte, um nur einige Stichpunkte zu nennen. Alles Maßstäbe, die wie diejenigen, die sie festsetzen, aus jener Zeit stammen, da Hiphop noch erwachsen, reif und bedacht war. Und da man mehrsilbige und ungewöhnliche Reimworte natürlich nur mit einem entsprechend großen Wortschatz zustandebringt, bleibt der Neuköllner Kanake mit Hauptschulabschluss halt außen vor, bzw. ist "wack".

Genau dies ist eines der größten Probleme der Kritik im Deutschrap. Aus irgendeinem perfiden, nie verfassten aber in vielen Köpfen doch existenten Oldschool-Regelbuch werden die Maßstäbe entnommen und Künstlern aufgezwängt, die auf solche Maßstäbe oftmals gar keinen Wert legen. Sicher: dass die Kritik der Kunst immer einen Schritt hinterherhinkt liegt in der Natur der Sache, Aktion und Reaktion eben. Aber besonders im Deutschrap sind die Maßstäbe derart zementiert, dass
es den Anschein erweckt als errechne sich die Qualität eines Raps-Tracks anhand des Flows oder der Punchline- oder Doppelreimdichte quasi von selbst.

Die Kritik muss einsehen, dass es keine zu erfüllenden Vorgaben im Rap gibt, sondern wie in jeder Kunstrichtung eine gigantische Palette an Stilmitteln, die der Künstler einsetzen kann. Die Stimme, der Stimmeinsatz, die Betonung, schwer spezifierbare Faktoren wie Delivery, Authentizität und Atmosphäre, all dies und vieles mehr machen am Ende das Gesamtprodukt aus. Und wenn ein Rapper ausschließlich assonante und einsilbige Zweckreime verwendet oder in einem simplen, auf Snare betonten Stakkato-Flow rappt, dann sagt das nichts über seine Fähigkeiten oder die Qualität des Tracks aus, sondern ist zunächst einmal eines dieser Stilmittel.

Man übertrage das schlichtweg auf den Film: Lars von Trier etablierte in seinen Dogma-Filmen die verwackelte Handkamera (die z.B. später dann auch in "großen" Hollywood-Produktionen wie "Private James Ryan" als Stilmittel zum Einsatz kam) und erzeugte damit eine eigene, extrem authentische "Mittendrin"-Atmosphäre. Wären die Maßstäbe in der Filmkritik so festgefahren wie im Rap, hätte die Kritik darauf vermutlich so reagiert: "Die Filme sind schlecht, weil sie mit verwackelter, grobkörniger Handkamera gefilmt sind, war der etwa zu doof stillzuhalten und hatte zuwenig Kohle für 'ne Full-HD-Cam?!"

Lars von Trier wurde gerade wegen der Konsequenz, mit der er seine Stilmittel einsetzte, gewürdigt. Ein Rapper, der mit der gleichen Konsequenz die Maßstäbe der Rap-Kritik ignoriert, gilt dagegen als "unbelehrbar schlecht". Dass durch solche Aburteilungen Fronten verhärtet anstatt aufgeweicht werden, dürfte klar sein.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Kalte Wut oder: Was ich schon immer mal loswerden wollte über BPJM & Co.

Eigentlich habe ich mir vorgenommen, mich nicht mehr groß mit der BPJM, ihrer Spruchpraxis und den Gremiums-Entscheidungen zu befassen, genauso wie ich mich nicht mit Wahlprogrammen, der Berichterstattung über die Griechenland-Krise und Pippi-Langstrumpf-Verfilmungen befasse. All das regt mich nur auf, und die Aufregung nutze ich lieber sinnvoll.

Nun wird mir die Beschäftigung mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien leider aufgezwungen, da inzwischen in regelmäßigen Abständen Schreiben aus der Bonner Behörde eintrudeln, in welcher Hirntot Records mitgeteilt wird, dass diese oder jene CD mal wieder dazu taugen KÖNNTE, gefährdungsgeneigte Jugendliche sozialethisch zu desorientieren und zu verrohen. Soweit, so gut.

Zugegeben: Hirntot Records ist bei Ihrer Behörde, liebe Beisitzer, nicht unbedingt auf die liebevollste Art & Weise vorstellig geworden. In einem allseits bekannten Track, dessen Namen ich nicht nennen darf, haben wir den Jugendschützern im allgemeinen und Monika Griefahn im speziellen kräftig vor's metaphorische Schienbein getreten - eine Aktion, von der wir heute selber wissen, dass sie überzogen war. Einsicht schützt vor Strafe nicht, aber das Thema kennen wir ja alle. Auch um den Eindruck, den die Damen & Herren von uns denn hatten, ein wenig zu korrigieren, reisten wir persönlich zu einem Termin nach Bonn, da wir gegen eine Indizierungsentscheidung Widerspruch eingelegt hatten, und saßen dem gefürchteten 12er-Gremium Auge in Auge gegenüber.

Anders als erwartet war das kein aus Grundsatzhatern bestehendes Tribunal: wir hatten eine Runde von durchaus sympathischen Mitbürgern vor der Nase, und redeten mit denen halt über unsere Musik, auf eine analytische Art und Weise, wie man sie sich als Künstler im Grunde genommen nur wünschen kann. Wort für Wort gingen wir gemeinsam die Texte durch, hie und da schmunzelten manche oder zogen die Augenbrauen hoch, es wurde über Nebensätze und Verlegenheitsreime diskutiert, doch, es war ein nettes Gespräch. Dass die CD letzten Endes doch indiziert wurde, trübt das Ganze natürlich etwas, aber gut. Weiter im Text.

Ich habe also, wie sich sicherlich jeder denken kann, nun mit meinem Vorhaben gebrochen und mich wiedermal auf www.bundespruefstelle.de umgeschaut, und da fielen mir sofort 2 Dinge ins Auge.

Zum einen: Die "Freitag, der 13."-Filmteile 5 bis 8 sind vom Index runter. Einfach so. Keine Folgeindizierung. Wir erinnern uns: "Freitag, der 13.", das ist Jason Vorhees, der Eishockey-Atze mit der Machete, das ist der, der im Gegensatz zu Michael Myers aus "Halloween" keinen halbwegs psychologischen Unterbau hat, nein - Jason, das ist der anonyme, gesichtslose Schlächter, der seit zig Filmen Camp Crystal Lake unsicher macht, wahllos Teenies schlachtet, dessen Motivation nie so richtig erklärt wird (außer, dass er als Kind von den anderen wegen seines Aussehens gemobbt wurde und dass seine Mama 'nen Knall hatte gibt's da ziemlich wenig). Also genau der Jason, der nach den Maßstäben der BPJM, die ja bekanntlich selbstzweckhafte" Gewalt als besonders verwerflich ansieht, die größte Sau von allen sein müsste - was, liebe Gremiumsbeisitzer, ist bitte selbstzweckhafter, als unmotiviertes und wahlloses Metzeln? ERKLÄRT ES MIR! - also, DIESER Jason, der nichts anderes zu tun hat als jeden Teenie auf irgendeine Weise zu filettieren, der ist plötzlich nicht mehr geneigt, Jugendliche zu verrohen. Ich gieße mir jetzt lieber keine Tasse Kaffee mehr ein, merke ich gerade, mein Herzschlag ist auf Hundertachtzig.

Dass wir uns nicht falsch verstehen & um mich einmal tief durchzuatmen zu lassen: Ich find es gut, dass Jason weitestenteils von der Liste runter ist. Ich mag die "Freitag, der 13."-Filme, auch wenn sie unter filmischen Maßstäben Gurke auf Erdnussbutter sind, relativ storylose Schema-F-Slasher mit den immergleich herrlich dämlichen Pubertierlingen als Opfer des Machetenschwingers. Ich mag diese Filme gerade weil sie blöd und in gewisser Weise ehrlich sind, es geht da eben nur ums Metzeln, scheiß ma auf Kamera-Einstellungen und Atmosphäre à la "Halloween - Die Nacht des Grauens", das braucht kein "Freitag, der 13."-Teil: wir haben Nacht, wir haben einen See, wir haben eine Horde fickenderkiffendersaufender Kids und einen stummen Schlitzer, das muss genügen.

Und das müsste auch genügen, um den Film auf dem Index zu lassen, denn, ich wiederhole mich: Was zum Teufel ist selbstzweckhafter als ein Killer ohne Background, ohne echte Geschichte, ohne den Hauch einer menschlichen Regung, der es als Lebensaufgabe sieht einen hohe Body Count an blondierten Barbies und dumpfbackigen Quarterbacks zu erzielen? Ich sehe da gerade irgendwie nichts selbstzweckhafteres, und es bestätigt mich einmal mehr, liebe Gremiumsbeisitzerinnen und Gremiumsbeisitzer (das -innen hab ich oben vergessen, aber wir wollen ja politisch korrekt bleiben), es bestätigt mich darin, dass die Entscheidungen der BPJM pure Willkür sind.

Die groben Vorgaben, nach denen indiziert wird, lauten: "Ob ein gewalthaltiger Film als jugendgefährdend eingestuft wird oder nicht, hängt zum ersten davon ab, ob die Gewalttaten gegen Menschen bzw. menschenähnliche Wesen oder abstrakter gegen Phantasiefiguren ausgeübt werden und in einen Kontext eingebunden sind, der eine Relativierung der Gewalt im Sinne prosozialer Interpretation der Filmhandlung und das Mitleiden mit den Opfern verhindert oder zulässt. Außerdem wird die Einschätzung der Jugendgefährdung eines gewalthaltigen Films davon abhängig gemacht, ob Gewalt ein zentral prägender Bestandteil des Films ist, selbstzweckhaft, detailliert und realistisch dargestellt wird und womöglich "im Dienst einer guten Sache" als gerechtfertigt erscheint." (Quelle)
Mit diesen Vorgaben kriegt man locker jede "Tom & Jerry"-Folge, jeden Bud Spencer & Terence Hill-Klopper und jeden Patricia Highsmith-Krimi auf den Index, die Vorgaben sind sowas von weitläufig, unpräzise und offen, dass es tatsächlich der jeweiligen Laune der BeisitzerInnen geschuldet ist, was denn ma gerade jugendgefährdend ist und was nicht.

Und die BPJM weiß selber, dass die Spruchpraxis nicht "statisch" ist, wie sie konstatieren, sondern dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen ist. Heißt: was heute jugendgefährdend ist, ist morgen vielleicht schon pädagogisch wertvoll. Heißt weitergedacht: Der persönliche Geschmack entscheidet, welche Gewalt aktuell selbstzweckhaft, zentral prägender Bestandteil des Films usw. usf. ist. Heißt bis zum bitteren Ende gedacht: es herrscht tatsächlich Willkür in der Behörde. Sorry, liebe Gremiums-Beisi... (die Anrede-Floskel spar ich mir an dieser Stelle), aber bei Licht betrachtet machen Sie eben nichts anderes als das, was Ihnen gerade nicht passt, in den Giftschrank zu packen. Aber die Kritik kennen Sie sicher schon und perlt an Ihnen ab wie Wasser auf geölter Haut.

Kommen wir aber nun zu dem zweiten Punkt, der mir auffiel, und der hat nichts mit Indizierung, Folgeindizierung oder Listenstreichung zu tun. Beim weiteren herumstöbern auf den Seiten fand ich schließlich unter den "Häufigen Fragen" die folgende: "Ist eine Indizierung heutzutage überhaupt noch sinnvoll?"
Yum, dachte ich mir, endlich mal was frisches, dass sich die Kids irgendwelche indizierten Medien illegal aus dem Netz herunterladen, wenn es die halt nicht mehr zu kaufen gibt, hat sich inzwischen auch bis nach Bonn herumgesprochen, coole Sache, direkt mal lesen. Also las ich. Und zwar dies:

"Eine Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien setzt ein wichtiges Zeichen gegenüber Produzenten und Vertreiber und signalisiert diesen, wann Inhalte gegen die in der Gesellschaft allgemein anerkannten Erziehungsziele und Werte verstoßen. Zugleich geben Indizierungen auch Eltern und allen Erziehenden wichtige Anhaltspunkte für die Medienerziehung." (Quelle)

Okay. Ich schenke mir nochmal Kaffee nach, für den Showdown brauche ich hohen Puls. Dieses kleine Textlein verrät uns zweierlei. Erstens: Die BPJM ist weder blauäugig-blöd noch verlogen. Sie sagen es zwar nicht direkt, aber sie wissen, dass dank Rapidshare & Co. jeder zehnjährige Stöpsel mit Internetanschluss sich das indizierte Medium halt auf illegalem Wege beschafft, dass das eigentliche Ziel, nämlich die Jugend vor verrohendem Schmutz und Schund zu bewahren, an keiner Stelle greift. Diese Einsicht ist gut, ist ehrlich, ist beinahe löblich. Aber nur beinahe, denn zweitens sagt uns dieser unschuldige Text wimpernklimpernd, dass es auch gar nicht darum geht, den Kids ihren Splatter-Spaß zu nehmen, sondern nur darum, den Vertreibern und Produzenten von verrohendem Schmutz und Schund ans Bein zu pinkeln, also Künstlern, deren Kunst man gerade nicht versteht oder die man nicht leiden kann, das Geschäft zu zerstören. Das ist ungefähr so, als würde man einen Mörder weiter frei herumlaufen lassen und statt dessen dem Hersteller der Waffe, die der Mörder benutzt hat, den Prozess machen. Ein pathetisch-überzogener Vergleich, ich weiß, aber das ist mir gerade mal ziemlich latte. Und auch diese schöne Formulierung, die Indizierungsentscheide gäben "auch Eltern und allen Erziehenden wichtige Anhaltspunkte für die Medienerziehung" ist, mit Verehrung, eine Unverschämtheit, denn damit sprechen Sie, werte BeisitzerInnen & Jugendschützern, den Eltern die intuitive Fähigkeit ab zu wissen, was gut für's eigene Kind ist. Ja, mag man jetzt einwenden, bestimmt gibt es hie und da Eltern, denen diese intuitive Fähigkeit abgeht. Das ist richtig, aber solche Eltern werden dann neben den Bedürfnissen ihres Kindes auch die "Anhaltspunkte" und Signale der BPJM geflissentlich ignorieren.

Liebe BPJM-Mitarbeiter, liebe ehrenamtlich tätige Gremiumsbeisitzer, liebe Jugendschützer, ich bin mir sicher, dass Sie allesamt gute und redliche Menschen sind, die für unsere Kinder nur das Beste im Sinn haben. Ich finde das auch äußerst lobenswert, denn Kinder sind unsere Zukunft. Ich bin mir sicher, dass Sie es allesamt gut meinen, aber das rechtfertigt nichts und entschuldigt noch weniger. Tun Sie das einzig richtige: reformieren Sie diese Behörde, passen Sie die BPJM und bitte auch sich selbst der Zeit an. Sie sagen es ja (implizit) selber, ihr ganzes gutgemeintes Tun ist für die Katz und schießt am eigentlichen Ziel meilenweit vorbei, jeder ultrabrutale Splatterkannibalenzombiegewaltporno, den Sie heute auf Liste B packen, zieht sich der Nachwuchs morgen aus dem Netz eben weil er indiziert ist. Ja sicher, der Vertreiber/Produzent/Künstler ärgert sich über einen Listeneintrag, aber bringt es etwas? Schauen Sie sich bitte die Film- und Musikveröffentlichungen der letzten Jahre an, diese Kunst, pardon: dieser Schund ist gesellschaftsfähig geworden. Ich wiederhole: reformieren Sie die Behörde, tun Sie etwas sinnvolles. Lehren Sie die Kids Medienkompetenz, lehren Sie die Kids, wie sie mit diesen Bildern, Worten umgehen müssen. Sie kriegen weder Saddams Hinrichtung aus dem Netz noch von den Schulhof-Handys runter, also bringen Sie den Kindern bei damit umzugehen. Meinen Sie es nicht nur gut, machen Sie es auch gut. Verwerfen Sie Methoden, wenn sie überholt sind. Sie können nicht mit einer einschüssigen Muskete aus Napoleons Zeit in den Krieg ziehen, wenn Ihr Feind Satellitenortung, vollautomatische Maschinengewehre und Mörser hat. Reformieren Sie die Behörde. Fangen Sie an, diejenigen, die Sie beschützen wollen, zu verstehen. Reden Sie mit ihnen. Und viel wichtiger: Hören Sie ihnen zu. Dass die Jugend orientierungslos, leistungsschwach und dumm wie blöd ist wissen wir seit Sokrates, aber das ändert nichts daran, dass auch diese Jugend erwachsen wird, und ihrerseits dann die Jugend für orientierungslos, leistungsschwach und dumm wie blöd hält. Durchbrechen Sie diesen sinnlosen Kreislauf: reformieren Sie die Behörde. Erinnern Sie sich zurück, als Ihre Eltern Elvis als Sexmonster verteufelten, die Beatles als pilzköpfige Drogenjunkies verdammten oder Ihnen die Tarzan-Comics wegnahmen, weil Ihre Vorgänger bei der BPJM diese Comics für entwicklungsgefährend hielten. Und ja, für Ihre Eltern war das ganze Teufelszeug damals genauso widerlich wie Ihnen diese ganze menschenverachtende Rapmusik, diese üblen Splatterfilme und diese noch viel schlimmeren Killerspiele. Reformieren Sie die Behörde. Reformieren Sie Ihre Denkstrukturen. Öffnen Sie sich dem Neuen. Seien Sie nicht einer von diesen engstirnigen, bornierten und festgefahrenen Spießern, die Sie früher so verachtet haben. Die wussten es damals nicht besser, und Sie wissen es heute nicht. Ist mein pathetisches Gequatsche gerade verlorene Liebesmüh'? Bin ich gerade Don Quixote? Gebe ich den Sisiphos? Nicken Sie nicht zu voreilig, liebe Jugendschützer, denn auch Sie haben Ihre Windmühlen zu bekämpfen und ihre Steine zu rollen. Reformieren Sie die Behörde. Ich weiß, diese Wiederholungen beginnen zu nerven, aber jetzt wissen Sie wie es mir geht, wenn ich einen neuen Indizierungsbescheid aus dem Hirntot-Postfach fische. Ich habe noch etwas Kaffee gemacht, ich bin gerade auf Hundertachtzig, ich stehe kurz vor dem Herzinfarkt, und alles nur weil Sie es gut meinen.

Ich werde mir jetzt gleich noch einen nach §131 beschlagnahmten Kannibalenfilm ansehen, den ich mir uncut aus Österreich gekauft habe, ich werde mich dabei entspannen, wie irgendwelche schlecht gecasteten Indiokomparsen einem an den Marterpfahl gefesselten Kerl in Großaufnahme den Schniedelwutz abschneiden und wie eine Blondine ein paar Fleischerhaken durch die Titten gebohrt bekommt und dann daran aufgehangen wird. Ich werde mir das ansehen, und das wird meine ohnmächtige Wut über die Willkür Ihrer Behörde ein wenig auffangen, ich werde vielleicht danach schlafen, ohne mir wegen meines Ärgers über Sie im Schlaf die Zähne kaputtzuknirschen und einen weiteren Zahn abzubrechen.

Ich brauche einen neuen Backenzahn weil Sie es gut meinen.

Mit freundlichen Grüßen,
Schwartz

P.S.: Die Flüchtigkeitsfehler unterstreichen die Authentizität dieses Textes.

P.S.S.: Reformieren Sie die Behörde.

Freitag, 30. April 2010

Warum "School-Shooting-Star" kein blödes Wortspiel ist (leider)...

Vor nicht allzulanger Zeit, am 17. September 2009, veranstaltete ein Schüler in seiner Schule, dem Carolinum-Gymnasium in Ansbach, einen Amoklauf, bei dem es glücklicherweise keine Toten gab, dafür einen Haufen Schwerverletzter (Details zu dem Fall finden sich hier). Das "Besondere" an der Tat: der Amokläufer wurde lebendig gefasst, und die Öffentlichkeit erhoffte sich nachvollziehbarerweise zufriedenstellende Erklärungen zu seinem Motiv, den Hintergründen etc. - in gewisser Weise ein Lichtblick, das Sündenbock-Shooting der Kommentarwichsmaschinen in öffentlichen Talksondersendungen blieb Otto Normalkillerspieler damit erspart. Aber gut.
Der Prozess gegen den Amokläufer von Ansbach endete heute mit einer neunjährigen Haftstrafe für den Täter sowie Unterbringung in einer Psychoklinik.
Der Fall wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt, was Spiegel-Online-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen zu einer Artikelgurke mit dem Titel "Maulkorb für die Medien" veranlasste. Schon der Titel ist Magerquark mit Chili, denn kein Journalist bekam einen Maulkorb - es durfte halt nur kein Zeitungsfritze bei der Verhandlung anwesend sein, was im Ermessen des Richters liegt. Schließlich war der Angeklagte zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt und damit Heranwachsender, wie auch Frau Friedrichsen fairerweise anmerkt, so dass ein Ausschluss der Öffentlichkeit durchaus nichts Ungewöhnliches ist.
Aber weiter im Text. Nachdem der ziemlich schluderig formulierte und wahrscheinlich der hübschen Alliteration geschuldete Titel abgefrühstückt ist folgt nach einer kurzen Einleitung Frau Friedrichsens empörte Frage: "Gibt es wirklich durchgreifende Gründe, warum die Öffentlichkeit, und das sind in erster Linie die Medien, an diesen Informationen nicht teilhaben soll?"
Und hier kann denn auch eigentlich aufhören zu lesen, denn: natürlich, liebe Frau Friedrichsen, gibt es durchgreifende Gründe. Ein Gerichssprecher sagte am Ende der Verhandlung, der Amokläufer wollte auf diese Weise Selbstmord begehen, er wollte die Tat regelrecht inszenieren, um dann von der Polizei erschossen zu werden. Und wie ist er wohl auf diese Idee gekommen? Was hat ihn zu dieser Tat inspiriert? Nein, weder Killerspiele, noch Splatterfilme, noch sonstwas. Auf so eine Idee kann man wohl nur kommen, wenn man sich z.B. die Berichterstattung deutscher Medien über School-Shootings von Erfurt bis Winnenden anschaut.
Wenn der Täter, wie damals z.B. von BILD, in heroischer Pose mit Kampfanzug und Waffe großflächig abgebildet wird, wenn ein paar Tage lang sich das ganze mediale Land die Hirnwindungen über mögliche Motive weichfaselt und wenn Möchtegern-Profiler von SPIEGEL bis FAZ die Psyche des Amokläufers durchleuchten und ihn zum in-sich-gekehrten, stillen Outlaw hochstilisieren (fehlt nur noch der Direktvergleich mit irgendeinem Italo-Western-Protagonisten), dann - ja, was dann? Dann können mitunter in-sich-gekehrte, stille Outlaws mit dem entsprechenden Blechschaden in der Birne durchaus auf die Idee kommen, dass, wenn ja eh schon alles scheiße ist, man zumindest für einen öffentlichkeitswirksamen Abgang sorgen kann, indem man sich durch ein Schulgebäude schießt.
Dass diese gar nicht mal alllllllzu weit hergeholte These natürlich mit keiner Silbe und in keiner Zeitung erwähnt wird, liegt in der Natur der Sache, denn dann müsste jene Medien, die Informationspflicht und Sensationsgeilheit gerne mal durcheinanderbringen, wirklich einen Maulkorb bekommen.
Von ihrem eigenen Gewissen.

Montag, 19. April 2010

Der Hirntot-Roman ist fertig geschrieben.

Es ist vollbracht. Heute gegen 19 Uhr abends tippte ich die verheißungsvollen Worte "Ende des ersten Buchs" unter das Manuskript des Hirntot-Romans "Jäger der Nacht", dem ersten Roman der "Schattensyndikat"-Trilogie.
Nachdem ich mich jetzt ca. hundert gefühlte Jahre und vier tatsächliche Monate im stillen Kämmerlein eingeschlossen hatte, und bei fahlem Dämmerlicht mit viiiiel Kaffee und weeeenig Schlaf an dem Werk geschrieben habe, sah ich heute abend zum ersten Mal wieder Sonnenlicht, und das war dann auch noch gerade im Untergang begriffen. Okay, ich übertreibe. Aber die Arbeit war hart.
Wer mich in den letzten Wochen, die sozusagen die Endphase bzw. meinen Endkampf mit dem Manuskript darstellten, gesehen hatte, sah einen übernächtigten, blassen, langbärtigen Mutterficker mit Augenringen wie Autoreifen, der sich mit einem völlig zerstörten Immunsystem jedes Virus anlachte das ihm unter & in die Nase kam. Ich übertreibe nicht wenn ich sage, dass die Arbeit schweißtreibend, nervenzermürbend und blutaussaugend war.
Dabei stand der Plot der Geschichte schon recht lange fest. Blokkmonsta und ich hatten damals an einigen kreativen Abenden brainstormartig die grobe Story skizziert, die dann recht lange unberührt in der Schublade vor sich hingammelte, ehe ich mich schließlich aufraffte und den ersten Satz in die Tasten hieb. Und wenn man einmal angefangen hat, dann muss man es auch zu Ende bringen.
"Jäger der Nacht" wird natürlich kein literarisches Experiment in der Tradition von "Ulysses" oder "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", es ist einfach nur ein unterhaltsamer, spannender Thriller und mehr will es auch nicht sein. Zur eigentlich Geschichte will ich mich noch bedeckt halten, aber sie ist, verglichen mit dem schmalen Plot den wir zusammengekritzelt haben, zu einem beachtlichen Werk herangewachsen.
Das interessante beim kreativen Schreiben ist, dass die Geschichte die man erzählt irgendwann beginnt eine gewisse Eigendynamik zu entwickeln. Man lernt im Laufe des Schreibens die Hauptfiguren, die vorher nur als steckbrieflich skizzierte Notizen in einer Textdatei herumgammelten, als "richtige" Menschen kennen und schätzen, sie wachsen einem regelrecht ans Herz und man kommt mitunter an ziemlich nervenaufreibende Grenzen - wenn man zum Beispiel merkt, dass eine Figur die laut Plot zum Beispiel jemanden eiskalt umbringen soll so etwas eigentlich niemals täte, weil sie schlichtweg kein Killer ist. Würde man sie trotzdem dem Plot gemäß handeln lassen, würde jeder Leser sagen "Nein, das ist nicht der XY, den ich vor 50 Seiten kennengelernt habe", und genau das darf nicht passieren.
Man kommt unzählige Male an genau solche Punkte, da man den Plot erweitern, umschreiben, modifizieren muss, ich musste unzählige Figuren hinzudichten damit am Ende die Story auch in der Form herauskäme wie erwünscht. Besonders das letzte Drittel des Romans war eine quälende Phase aus Umschreiben, Nachbessern und Korrigieren, und ich bin ziemlich erleichert, dass nun ein Großteil geschafft ist. Die jetzt anfallenden Korrekturen sind nur noch Kleinigkeiten, da ich bereits während längerer Schreibpausen alte Passagen nachlas, umschrieb und ausbesserte.
Zur Story selbst - will ich noch nicht allzuviel sagen. Genauer, ich will noch gar nichts sagen. Zunächst Mal lasse ich diejenigen Atzen und Freunde, die sich zum Probe- und Korrekturlesen bereit erklärt haben, das Manuskript komplett durchgehen, um etwaige Logik- oder sonstige Fehler (die man ab einem bestimmten Punkt als Autor gar nicht mehr erkennen kann) auszubessern. Vielleicht nur soviel: es hat besonders viel Spaß gemacht die Passagen mit den Hirntot-Leuten zu schreiben, ich habe unzählige Aspekte eingebracht die auf Tracks von uns verweisen, ich habe die Charakterzüge der jeweiligen Personen figurengerecht eingebracht und hie und da sind Insider versteckt, die für weit weniger als Dritte verständlich sein werden - sozusagen als Gegenstück zum Hidden Track auf einem Album.
Achja, eines noch: bei allen Bezügen zu den wirklichen Personen ist diese Geschichte selbstverständlich fiktiv, nichts davon ist wirklich passiert, nichts davon wird wirklich passieren. Es muss sich also niemand auf den Weg in die Wälder im Berliner Umland machen um die zahlreichen Leichen zu bergen, die sich im Laufe der Geschichte angesammelt haben ;)
Das Cover, einen Auszug aus dem Roman als Leseprobe, ein kurzes Exposé, den Releasetermin und alle weiteren Infos werden in den nächsten Wochen bekannt gegeben.

Freitag, 9. April 2010

ES HÖRT NICHT AUF!!!

4:30h Morgens und ich diniere, SchwarTzbrot mit Fleischwurst & Kochschinken, yumyum. Sämtliche aalglatten Formulierungen sind für das letzte Kapitel des Hirntot-Romans, an dem ich nonstop arbeite, draufgegangen, also wringe ich jetzt mein Resthirn aus und verspritze ein paar Infos zu meinem neusten musikalischen Projekt in den Äther...
Titel & Inhalt: TOP SECRET! Aber ein paar Tipps können nicht schaden, und ich weiß ja, wie gerne spekuliert wird, nichwahr?!?
Denke, ich liege nicht ganz falsch wenn ich konstatiere, dass besagtes musikalisches Projekt das Kaputteste ist, was meinem Hirn bis dato entsprungen. Aber was ist kaputt? Die Welt oder ichhöchstselbst bzw. meine Sicht auf die Welt? Don' know & don't care.
ABER: Preisfrage an alle Psychokore-Untergrund-Experten - wessen Gedanken sind mind. genauso kaputt wie meine? RICHTIG. R.O.D, der sympathischste Abschaum der Menschheit, der frei rumläuft, JA, der gute Mann wird einen schönen Part rocken und stellt einen Beat zur Verfügung, und wenn R.O.D mit von der Party is, dann darf WMM23 auch nicht fehlen, der Experte für ultradüstere, experimentelle Grime-Beats hat ein paar Klangkunstwerke programmiert, die sich aber mal sauber gewaschen haben! Naturgemäß die Hirntot-Posse, die am Stizzel ma nizzel sein wird. Ebenfalls mit Wort & Klang vertreten: Scheusal & Kunstfehler, die Hässlich Rap-Brigade, Suffkumpane, Foltermeister der Herzen, Prost Freunde! Michelmann, der alte Miami-Bass-Pornograf, gibt sich ebenfalls die Ehre, und es ist mir eine selbige, dass seine Hirntot-Album-Entjungferung auf meinem Projekt stattfindet - Gruß in die Ex-Heimat! Aber die Liste hört nicht auf, ES HÖRT NICHT AUF! Orgi69 rastet mal wieder aus, wie er bei Hirntot immer auszurasten pflegt! Rako, der Panzergrenadier, ist mit aufs Kettenkarussell gestiegen! DNP, Bassti & Beatmasta, die beiden versoffenen Schnapsdrosseln haben ein paar wunderschöne Heimatmelodien & Hirnsfürze gezaubert, um den letzten Schliff zu geben, achja.. mehr gibts vorerst nicht, aber SIND DAS nicht NEUIGKEITEN? ES SIND NEUIGKEITEN!
NUN darf spekuliert werden, was genau das für ein Wwwerk wwwerden wwwird. Und ich merk gerade, dass das SchwarTzbrot alle ist.

Gepflegten Freitag wünscht euch euer Freund Schwartz.

Samstag, 3. April 2010

Etwas Besseres?

Neulich saß ich, wie oft in letzter Zeit, am Rechner und schrieb am Hirntot-Roman "Jäger der Nacht" (Infos dazu folgen). Im Hintergrund hatte ich Myspace, Facebook und Jappy offen, wo ich ab & an mal einen Blick reinwarf.
Irgendwann, ich hatte gerade an einem längeren Dialog gearbeitet und die Zeit vergessen (kommt häufig vor), aktualisierte ich Myspace, und fand vier neue Messages von einer Person, die wir mal GURK nennen wollen, vor. Ich klickte sie also an...

1. Nachricht: "na was geht"

2. Nachricht, ca. 5 Min nach der vorherigen: "jo atze was geht schreib ma zurück"

3. Nachricht, abermals 5 Min nach der vorherigen: "schreib mal zurück pls"

4. Nachricht, 10 Min nach der dritten: "tsss was bist du für einer schreibst nichmal zurück denkst wohl du bist was besseres fick dich du wixxxa"

(Orthographie & Interpunktion originalgetreu übernommen)

So schnell geht's. Und weil ich diese Mails einfach zu geil fand, will ich dem werten GURK öffentlich und in aller Herzlichkeit danken & antworten: Nein, ich denke nicht dass ich etwas Besseres bin, absolut nicht. Ich bin ein Mensch wie jeder andere, und wie jeder andere Mensch will ich nicht einfach so von Wildfremden mit einem unhöflichen und respektlosen "Na was geht" angelabert werden - so einfach ist das. Davon abgesehen dürfte es auch nicht zuviel verlangt sein, einen Blick unter "Gesendete" zu werfen und zu überprüfen, ob die vorherige Mail schon gelesen wurde, ehe man eine neue hinterherwirft, bei Myspace geht das ja. Und noch weniger schadet es, sich meinen Blog durchzulesen, wo ich die oft gestellten Fragen beantworte (zu denen natürlich auch "Na, was geht" gehört ;) -> http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=96487615&blogId=462607840 ).

Allen höflichen & respektvollen Menschen noch angenehme Feiertage & viel Spaß bei der Eiersuche!

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Halt durch, Britt!!!

Der Vorteil, wenn man kein TV hat: "Deutschland sucht den Superstar", "Dschungelcamp" und "Frauentausch", also all jene merkwürdigen Beschäftigungstherapien und Beruhigungsmittel für die Bundesbürger, gehen völlig an einem vorbei, und man hält den Geist frei für die wichtigen Dinge des Lebens (Ficken, fressen, schlafen). Der Nachteil: Man verpasst das Austerben der Formate, in diesem Fall: den Tod des Daily Talk.
Ich war ehrlich geschockt, als ich neulich die Fernsehzeitung durchforstete und feststellen musste, dass der gute alte Mittagskrawall-mit-Moderator so gut wie nicht mehr existiert! Einzig und allein Britt, diese skandinavische Schönheit, talkt nach wie vor in der gleichnamigen Show ab 13 Uhr für eine Stunde herum, sie hält sozusagen einsam die Flamme des mittäglichen Phrasendreschens in den Himmel, der von Doku-Soaps à la "We are Family verdunkelt wird (jaja, ich hab heut wieder meinen metaphorischen).
Mit den Talkshows verhielt es sich freilich so wie mit allem: ein Affe machts vor, tausend Affen machen es nach. Seit Ilona Christen auf RTL erste Erfolge in den Quoten verbuchen konnte, überfluteten die Privatsender den Nachmittag mit ihren Peter Imhofs, Pilawas, Franklins, Veras, Rickys, Oli Geißens und wie diese abgehalfterten Moderatoren-Pappkameraden alle hießen, was natürlich zur Folge hatte, dass dem Zuschauer das ewige inhaltsleere Gebrabbel irgendwann mächtig auf den Sack ging - zumal die deutschen Talkshows längst nicht den krawalligen Gladiatorenkampf-Charakter von amerikanischen Formaten à la Jerry Springer hatten und demzufolge weniger dem inneren Schweinehund die Eier kraulten. Hierzulande musste man sich mit Unterschichts-Beziehungskisten und verschwitzten Altmänneraufgeil-Themen der Marke "Ich werde Pornostar" oder "Schlampe: Du hast mir den Mann ausgespannt" vorlieb nehmen. Soweit, so gut.
Klar: Der "Talk" stand immer ganzganzganz weit hinter der "Show", aber anders ging es ja auch nicht. Es wurde zwar viel geredet, aber es kam immer mehr auf den Unterhaltungscharakter, die Lautstärke an, im Grunde hätte man das Format auch "Freakshow" nennen können, spätestens ab dem Zeitpunkt, als den hungrigen Talkshows die Normalkandidaten ausgingen und sie auf gecastetes Menschenmaterial zurückgreifen mussten. Das nahm dem Ganzen noch mehr von der ohnehin kläglichen Authentizität, verstärkte aber nochmals den Showcharakter und ja, man muss es einfach so sagen: es war immer wieder ein Vergnügen, wie die Talkshow-Hintermänner, als sie merkten dass die Quoten zurückgingen, immer härtere Konflikte auffuhren, um den Zuschauer bei Stange zu halten, die Freaks wurden freakiger, die Titten wurden größer, die Themen wurden dämlicher.
Und jetzt, wie gesagt, kämpft da eine einsame Britt werweißwielangenoch um ihre eine Stunde tägliches Geschwafel. Ich hege große Sympathien für Britt Hagedorn, in erster Linie weil sie einfach eine geile Sau ist, aber auch weil mich dieses Gute-Alte-Talkshow!-Gefühl ganz nostalgisch macht - auch wenn von "Gute alte Talkshow" nicht viel zu sehen ist, es geht dort schließlich nur noch um Vaterschafts- und Lügendetektortests.
Aber gut. Ich bin gespannt wann ich den Abgesang auf die Doku-Soaps schreiben kann, das wird vermutlich noch etwas dauern, aber mir auch bedeutend mehr Spaß machen!

Samstag, 28. November 2009

Anmachspruch

"Möchtest Du vielleicht noch kurz mit raufkommen und dir meine K.O.-Tropfen-Sammlung ansehen...?"

Mittwoch, 25. November 2009

Ein normaler hirntoter Tag

Für all die Atzen, die sich fragen wie denn ein normaler, hirntoter Tag aussieht, hier ein kleiner Einblick von gestern…


Ca. 13 Uhr: Aufgewacht (nicht zu verwechseln mit „Aufgestanden“!), TV eingeschaltet, Frühstück im Bett (Kaffee und einen Pott Haferflocken in Milch mit Zucker & Kokosraspeln), dabei „Britt“ geguckt, sich über die hirnamputierten Vollidioten dort lustig gemacht und selber cool und überlegen gefühlt. Und Britts Arsch bewundert – eine geradezu phantastische Mutti!


14:00 Uhr: Aufgestanden, Hirntot-Forum (www.hirntot-forum.de), E-Mails (schwartz@hirntot-records.de) & Myspace (www.schwartzrap.de) gecheckt, Fan-Post beantwortet (oder auch nicht – je nach Laune)


14:30 Uhr: Am Hirntot-Roman gearbeitet (coming soon), recht gut vorangekommen, so etwa 50% des Dings sind fertig. Beim Schreiben ca. 2 Thermoskannen Kaffee versoffen.


16:00 Uhr: Zwischenzeitlich mit Queen Katha (Drama Muzick) gelabert & Feature vereinbart, anschließend weiter am Roman gearbeitet.


17:00 Uhr: Mit Blokkmonsta zum Postfach. Neues Schreiben der BPJM erhalten (Inhalt top secret!), ein paar Getränke eingekauft (Eistee in verschiedenen Geschmacksrichtungen).


18 Uhr: Antwortschreiben für die BPJM aufgesetzt, zugunsten der „Simpsons“ aber um eine Stunde verschoben.


19 Uhr: Antwortschreiben für die BPHM aufgesetzt & fertiggestellt.


19:30 Uhr: Mit dem Cutter der „Im Fadenkreuz“-DVD gesprochen, das Teil ist fast fertig, ein paar Dinge müssen noch korrigiert werden… aber freut euch schon mal drauf!


20 Uhr: Mittagessen (Shawarma mit Rind) beim Libanesen um die Ecke. Sehr gut!


21 Uhr: Chilltime. „Untergrund“ von Blokk & Arzt ein wenig gehört, Hirntot-Forum (www.hirntot-forum.de), E-Mails (schwartz@hirntot-records.de) & Myspace (www.schwartzrap.de) gecheckt, außerdem auf mzee.com & hiphop.de über die irgendwelche Neuigkeiten aus der „Hiphop-Szene“ informiert.


22 Uhr: Weiter am Roman gearbeitet (alles was ich heut Mittag geschrieben habe überarbeitet, besonders die Dialoge…)


ca. 23:30 Uhr: Mit Blokkmonsta ne Idee für ein weiteres gemeinsames Colabo-Album gehabt.


23:31 Uhr: Colabo-Album angefangen aufzunehmen…


1:30 Uhr: … und fertiggestellt! Haha, nein. Zurück zu 23:30 Uhr: Ideen notiert und in den proppenvollen „Projekte Irgendwann“-Ordner verschoben. Danach weiter am Roman gearbeitet, nebenher auf Myspace gechilltt.


1:30 Uhr (jetzt aber wirklich): Mit Blokkmonsta zur Currybude an der Ecke gelatscht und eine Zwischenmahlzeit eingenommen. Dann wieder zurück und weiter am Roman gearbeitet, allerdings mit sinkender Konzentration.


2:30 Uhr: Ein paar Songzeilen aufgeschrieben und in irgendeiner Datei gespeichert (finde ich allerdings nicht mehr wieder).


2:35 Uhr: Mit paar nachtaktiven Atzen in MSN gelabert… nebenher am Roman gearbeitet (langsam wird’s langweilig, hahaha).


5 Uhr: Richtung Bett gechillt, TV eingeschaltet, irgendwelche witzlosen Sitcoms geschaut, dabei Abendessen (ein Stapel Brote mit Mett, Salami, jungem Gouda, dazu stilles Wasser mit Pfirsichgeschmack).


6 Uhr: Schlafenszeit!

Donnerstag, 6. August 2009

Tipps für Rap-Newcomer

Oft schreiben mir Leute, dass sie sich jetzt auch an Rap versuchen möchten, und ob ich ihnen nicht Tipps geben könnte. Obwohl ich glaube, dass es da sicher geeignetere Ansprechpartner gibt als mich, will ich mal nicht so sein, und da ich gerade ein paar Minuten zeitlichen Überschuss habe, kann ich im gleichen Zuge diesen leicht mumifizierten Blog ein wenig wiederbeleben. Fangen wir also an.

1. Keiner wartet auf dich

Es ist vielleicht symptomatisch für eine Musikrichtung, die mehr oder minder aus lyrischen Schwanzvergleichen heraus entstand, dass von Rappern erwartet wird mit dem Selbstbewusstsein eines Kingkong durch die Gegend zu stapfen und lauthals zu verkünden, dass man das sog. "Game" nun vollends ficken wird, dass alle Haster sich zurückziehen können und man für Hiphop in ungefähr das ist, was Jesus fürs Christentum war. Verabschiede dich von dem Gedanken. Mach dir bewusst, dass keiner auf dich wartet, dass es sicherlich nicht noch einen Rapper braucht, der der Welt ungefragt seine Meinung oder seine Biographie um die Ohren klatscht. Schau dich auf Myspace um: es gibt mehr Rapper als Kfz-Mechaniker in Deutschland. Jeder Raphörer versucht sich früher oder später auch mal an der Sache, und du bist nicht anders. Du bist bloß einer von vielen, nichts besonderes. Das ist hart, aber die Wahrheit, leb damit und nimm es als Grundlage für alles weitere.

2. Vernachlässige den Text, bau auf deine Stimme

Aus irgendeinem Grund hat Rap den Ruf, dass die Texte das wichtigste seien. Das mag dran liegen, dass es in keiner anderen Musikrichtung mehr Text gibt als hier und bei manchen Storytellern oder akrobatischen Reimspielereien ist ein guter Text unerlässlich, aber ein Anfänger kann auf den Text getrost scheißen. Aus diesem Grund kannst du dich auch aus diesen merkwürdigen Freetype-Foren fernhalten, also Internetforen, wo man sich Battles per getippten Textzeilen liefert. Das ist ein netter Zeitvertreib, aber hat mit Rap nichts zu tun. Rap funktioniert nicht über die Schrift, sondern über den Sound, und damit meine ich nicht das Geklacker der Tastatur. Das erste, was ein Hörer von dir wahrnehmen wird, noch bevor der Sinn des Textes an sein Ohr gedrungen ist, ist deine Stimme und deine Vortragsweise, also der Flow. Das bedeutet: Arbeite an deiner Stimme. Klar, nicht jeder ist mit einer guten Stimme gesegnet, aber es kommt nicht drauf an Barry-White- oder Leonard-Cohen-mäßig gefällig zu klingen, sondern stimmlich aufzufallen. Legendäre Rapper wie B-Real von Cypress Hill, Eazy-E, Flavour Flav oder auch Busta Rhymes haben alles andere als gefälllige, aber dafür umso markantere Stimmen. An deiner Stimme groß etwas ändern kannst du nicht, aber du kannst lernen sie einzusetzen. Experimentiere herum, nimm dich in unterschiedlichen Stimmlagen auf und höre es mir anschließend an, schau, was dir selber am Besten gefällt. Und keine Angst vor dem Mikrofon: dem macht es nichts aus, wenn du es anschreist. Das größte Manko von Anfängern ist Unsicherheit oder Angst vor dem Mikrofon, halbgeflüstertes, eierlos klingendes Genuschel. Versuche nicht krampfhaft anders zu klingen, mach was dir gefällt, aber achte drauf, dass deine Stimme nicht wie jede andere klingt. Und wenn du halt eine gelangweilte Stimme hast, dann kultiviere diese Langeweile stimmlich. Ich bin sicher, du weißt was ich meine.

3. Steh zu deinen Vorbildern und entwickle deinen eigenen Stil

Jeder hat Vorbilder, das ist ganz normal. Wer behauptet keine Vorbilder zu haben, will sie lediglich nicht wahrhaben, und betrügt somit sich selbst und den Hörer. Klar werden deine ersten Rapversuche maßgeblich von deinen Vorbildern beeinflusst sein - das ist ganz natürlich. Aber solange deine ersten Rapversuche nicht an die Öffentlichkeit kommen, ist das egal. Studiere den Rap deiner Vorbilder. Dass sie dir gefallen ist klar, aber WARUM gefallen sie dir? Finde es heraus und du kannst dich von ihrem Einfluss freimachen. Lass dich ruhig weiterhin von ihnen inspirieren, verwende Teile ihrer Texte oder Flows und baue sie als kleine Hommage in deine eigenen ein, aber mach nicht den Fehler zu kopieren oder nachzuahmen. Entwickle deinen eigenen Stil. Das kann mitunter ein langwieriger Prozess werden, aber wenn du nicht einer von vielen Imitaten sein willst, ist es notwendig. Dein eigener Stil ist das einzige, was dich von anderen abhebt. Viel mehr Worte kann ich dazu nicht sagen, vielmehr Tipps auch nicht geben, es ist schließlich DEIN Stil.

4. Halte deinen Stuff zurück

Der Hörer wird am Ende nicht wissen, dass du drei Nächte am Stück an diesem einen Part gesessen hast, ihn zehnmal neu aufgenommen hast, er wird nicht sehen, wie du stundenlang an den Backups herumexperimentiert hast. Der Hörer wird nachher nur feststellen, dass du halt in der dritten und achten Zeile offbeat bist und den Track scheiße finden und abhaken. Halte dich also zurück. Wenn du nicht mit einem natürlichen Taktgefühl gesegnet bist, übe dich in Rhythmik. Einer der größten Fehler von Anfängern ist, dass sie so stolz auf ihren fertigen Track sind, dass sie vor lauter Fassungslosigkeit nicht merken dauernd neben dem Takt zu sein oder stimmlich zu verkacken. Die vernichtenden Kritiken treffen sie dann umso härter. Also: übe, übe, übe, und wenn du halt diese eine Stelle mit dem Text auch beim achtunddreißigsten Mal nicht ohne zu Holpern hinkriegst, dann versuche es ein neununddreißigstes Mal. Und sei beruhigt: mit der Zeit wird dein Rhythmus- und Taktgefühl sich schärfen, das liegt in der Natur der Sache. Später wird das alles routinierter, später brauchst du keine vierzig Anläufe mehr für eine Strophe. Aber jetzt eben schon. Nimm dir die Zeit, wenn du nicht einer von vielen sein willst. Die Hörer, denen du nachher ungefragt deine Ergüsse servieren wirst, werden es dir danken. Damit kommen wir auch direkt zum nächsten Punkt.

5. Scheiß auf das Feedback

Dank Myspace und Internet-Rapforen kann man sich innerhalb kürzester Zeit von einer anonymen Öffentlichkeit Kritik und Feedback einholen, und wie man gemeinhin sieht, wird diese Möglichkeit auch gerne genutzt. Aber bitte nicht von dir. Du brauchst kein Feedback. Dein Track ist ein Angebot für eine potenzielle Hörerschaft, es ist dein Track, du stehst dahinter, du weißt genau warum du den Track so und nicht anders gemacht hast. Feedback à la "Der Reim da ist doof und dort solltest du lieber dies machen" ist sinnlos, denn du weißt warum du diesen doofen Reim da benutzt hast und dass du es ganz bestimmt nicht anders machen wolltest. Du kennst deinen Stil und stehst dahinter. Wenn du auf andere angewiesen bist, die dir dann sagen, dass du offbeat bist oder deine Stimme nach undeutlichem Gewisper klingt, dann ist es zu früh für eine Veröffentlichung. Wenn dir Reime egal sind, werden die Hörer dich sicherlich auf deine billigen "Rhymes" aufmerksam machen, aber es kann dir egal sein, weil du mit anderen Maßstäben an die Sache gehst. Deine Tracks werden nicht jedem gefallen, Geschmäcker sind eben verschieden. Also frage nicht nach Feedback, du kennst weder die Kompetenz der Internetuser noch ihren Geschmack, es wird dir in keinem Falle helfen.

6. Sei realistisch

Okay, du hast nun deinen ersten Track fertig, der Text ist unfallfrei eingerappt, er ist untegrrundmäßig, aber anhörbar abgemischt worden und nun hau ihn raus, auf welche Art auch immer. Aber sei realistisch. Denk an Punkt 1, es wartet immer noch keiner auf dich, du bist nach wie vor einer von vielen.
Beweise ihnen das Gegenteil!

Viel Erfolg!

Sonntag, 17. Mai 2009

Rap und Geld

Natürlich scheißt du aufs Geld. Du machst Musik aus Liebe zum Rap, aus allen möglichen Gründen, nur nicht für's Geld, daran denkst du gar nicht. Dein Traum ist es, deine CD im Media-Markt unter den Neuerscheinungen zu sehen, oder ein Publikum zum Ausrasten zu bringen. Du rappst aus Spaß, weil du Rap immer gerne gehört hast und weil dich irgendwas antreibt, das dir sagt, dass du es besser machen willst und kannst. Also fängst du an, über Myspace ist das kein Ding. Du stellst deine ersten Tracks online, die Resonanz ist positiv, du freust dich. Dann merkst du, dass die meiste Resonanz von Leuten kommt, die selber auch rappen, du schaust dich auf Myspace um, und ein leichtes Unbehagen beschleicht dich, denn dem Angebot von einer regelrechten Armada aus Nachwuchsrappern steht eine verschwindend geringe Gruppe von Leuten entgegen, die Rap "nur" hören. Aber gut, du hörst dir die Mucke von den Leuten, die dich gelobt haben, an und findest es okay, manche sind vielleicht besser, aber die meisten sind schlechter. Du machst mehr Tracks, du verfeinerst deine Technik, deinen Stil, du machst Features mit ein paar Leuten, die deine Tracks positiv kommentiert haben (ausgenommen der nervtötende Spast da mit dem Headset und ohne jegliches Taktgefühl). Du veröffentlichst eine Free-EP, dein ganzer Stolz, du hast dir Mühe gegeben. Aber es ist eine von vielen, wie du feststellen musst, eine von tausenden, hunderttausenden.
Reicht dir das? Einer von Tausenden zu sein? Wenn ja, wirst du noch ein paar Free EPs machen und irgendwann das Interesse an Rap verlieren, du wirst Ausbildung/Schule/Studium zu Ende bringen, einen Beruf ergreifen, und dein Traum von einer Rap-Karriere ist irgendwann verblasst, irgendwo abgeheftet zwischen "Traumberuf Astronaut" und dem Lottogewinn.
Man sagt ja auch, man solle aufhören, wenne s am Schönsten ist. Aber es reicht dir nunmal nicht, Free-EPs genügen dir nicht mehr, du willst mehr. Das liegt in der Natur der Sache. Du denkst natürlich nicht ans Geld, aber dein Traum von der CD im Media-Markt, dem Auftritt vor tausenden begeisterten Fans, sitzt dir im Nacken und treibt dich an. Die Kommentare deiner Hörer werden überschwänglicher, "Der hat's voll drauf", "aus dem könnte was werden" usw., alles Dinge, die dich bestätigen. Du stellst ein Demo zusammen, verschickst es an ein Fachmagazin, an Labels. Es gibt keinerlei Resonanz, aber damit hast du gerechnet, also machst du weiter, noch eine Free-EP, ein Auftritt, ein neues Demo. Du willst dranbleiben, denn die meisten geben an dieser Stelle auf, sie verlieren den Spaß an der Sache, hassen das "Game", die angebliche Korrumpiertheit der ganzen verfickten CEOs und Redakteure, die ihre Genialität nicht erkennen wollen, sie machen Ausbildung/Schule/Studium zu Ende, ergreifen einen Beruf und hören nur noch Schlager, die alten Rap-CDs werden auf Ebay vertickt.
Aber zu denen gehörst du nicht. Du bist beharrlich, du bleibst dabei, dein Traum treibt dich an.
Und dann geschieht einer dieser Zufälle, du lernst jemanden kennen, der jemanden kennt, irgendein Praktikant bei einem Magazin entdeckt dein Demo im Mülleimer und schiebt es aus Langeweile ein, ist begeistert und gibt es weiter, whatever: irgendetwas passiert, was dir das Gefühl gibt, voranzukommen, du bekommst eine Chance. In einem Fachmagazin wirst du in einem Nebensatz als Geheimtipp erwähnt, du bist der Ohnmacht nahe. Deine Hörer, Fans, was auch immer, freuen sich für dich, sie warten gespannt auf neuen Stoff von dir, du recordest neue Tracks, gibst dir Mühe, du willst es allen Beweisen.
Ein Label wird auf dich aufmerksam, wahrscheinlich ein kleines, natürlich kein Major, aber das ist dir egal, du bekommst so etwas wie einen Deal, die Konditionen sind dir scheißegal, hauptsache es geht vorwärts. Du bringst ein Mixtape oder eine EP raus, sie steht nicht im Media-Markt, aber es ist ein Anfang. Du wirst gebucht, trittst vor ein paar Leuten auf, du wirst gefeiert, du kannst es kaum fassen. In der Zeitschrift haben sie dich als "Newcomer-Geheimtipp" klassifiziert, sie bringen einen Artikel über dich, vielleicht ein kleines Interview, deine EP bzw. das Mixtape werden positiv besprochen, du fühlst dich wie Gott. Deine Fans feiern dich, sie lieben deinen Scheiß, sie verbreiten ihn im Freundeskreis, dein Deal sieht ein Album vor, eines, was auch im Media-Markt stehen wird, du machst dich dran, du arbeitest hart, du willst es allen beweisen.
Dann erscheint dein Album, und dein Traum ist erfüllt, du gehst zum Media-Markt, da steht es, du fühlst dich wie Gott, das ist DEIN Album. Es ist dir scheißegal, wieviel du verkaufen wirst, das ist DEIN Album. Eine Fachzeitschrift bespricht es, vielleicht positiv, vielleicht negativ, schlimmstenfalls überschwänglich, denn dann könnte ein Hype generiert werden, und der wäre tödlich, aber davon willst du jetzt sowieso nichts wissen, es ist nicht wichtig. Es wird positiv besprochen, deine Fans sind begeistert, die alten Leute von Myspace schreiben dir, auf einmal wollen sie alle ein Feature mit dir, natürlich wollen sie das, sie erinnern dich daran, dass sie es doch waren, mit denen du damals deine ersten Tracks gemacht hast, aber du antwortest schon gar nicht mehr auf die Mails, es gibt zuviel zu tun, ein paar Auftritte müssen absolviert werden, Album-Promo, das ganze Programm, du bist jetzt ein Teil davon, mit deiner CD im Media-Markt.
Man sagt, man solle aufhören, wenn es am Schönsten ist. Aber du merkst, dass die Erfüllung eines Traumes nur bedeutet, dass neue Träume an die Stelle treten.
Du kannst nicht aufhören, denn ES hört nicht auf, die CD steht bei Media-Markt, eine zweite muss hinterher. Du gibst Interviews, bringst die typischen Antwortphrasen auf typische Fragen, Hiphop ist dein Leben bzw. du scheißt auf Hiphop, je nachdem. Dein Album läuft gut, die Leute sind begeistert, auf einmal reviewt jedes Magazin dein Album, die Leute behandeln dich anders. Auf der Straße wirst du noch nicht erkannt, aber manchmal gucken Leute komisch, so als ob sie dich von irgendwoher kennen. Du bekommst etwas Geld, du freust dich, es ist natürlich nichts im Vergleich zu dem Fame, dem neuen Lebensgefühl als Rapper, aber es ist ein Bonus, kauf dir was Schönes davon.
Du kriegst immer mehr Post, die Leute fragen, wann es neuen Stoff von dir gibt, sie sind verrückt nach dir, du fühlst dich wie Gott. Die alten Leute von Myspace ärgern sich, dass du ihre Mails nicht mehr beantwortest, vor allem der Spast mit dem Headset und ohne Taktgefühl, er schreibt wie scheiße du geworden bist, eine arrogante Sau, aber das ist dir egal, der harte Kern deiner Fans ist da, sie lieben dich und deinen Stil, dein Album läuft gut, du bekommst noch etwas Geld, kaufst dir was Schönes.
Dann werden die Fragen nach dem zweiten Album lauter, man sieht das Potenzial in dir, aus dir könnte was werden, merkwürdige Weiber kommen auf einmal an, die dich vorher mit dem Arsch nicht angeguckt hätten und buhlen um einen Schluck deines Erbguts, du fühlst dich wie Gott, es läuft phantastisch.
Man sagt, man solle aufhören, wenn es am Schönsten ist. Das soll wohl ein Witz sein!
Dein Label meldet sich, ein Major hat Interesse angemeldet. Sie würden dein zweites Album gerne rausbringen, sie sehen Potenzial in dir, sie besorgen die Promo, sie regeln alles. Und du hörst zum ersten Mal das Wort "Vorschuss". Und auf einmal ist auf deinem Konto mehr Geld als jemals zuvor, für nichts, für dein zweites Album, was du noch nichtmal angefangen hast. Du fühlst dich wie Gott.
Die Zeitschriften schreiben, die Erwartungen an dein zweites Werk sind hoch, natürlich sind sie das, aber hey, du hast es schließlich drauf. Du kaufst dir eine Menge schöner Sachen von dem Vorschuss und machst dich an dein zweites Werk, aber du merkst, dass es schwieriger ist, die Erwartungen an dich, die kanntest du schon, aber sie waren nie so erdrückend. Aber das ist egal, dein Major hat die Stadt mit dem Cover deines neuen Albums plakatiert, die Leute, die dich komisch angucken werden immer mehr, manche kommen auf dich zu und sagen "Ey bist du nicht DU?" und du sagst "Ja" und bist stolz, du fühlst dich wie Gott. Du gibst Interviews, du lädst deine Kumpels zum Saufen ein, du hast auf einmal eine Menge neuer alter Kumpels, sie nennen dich "den Starrapper" im Spaß, aber dich beschleicht das Gefühl, dass sie es auch so meinen.
Du hast ein paar Tracks vom zweiten Album fertig, aber es will irgendwie nicht so recht, und auf einmal ruft einer vom Major an, und du lernst nach "Vorschuss" das zweite wichtige Wort kennen, es heißt "Deadline", dein Album muss fertig werden. Na gut, denkst du, scheiß drauf, du kackst ein paar Tracks hin, ein paar namhafte Produzenten werden das schon aufmöbeln.
Man sagt, man solle aufhören, wenn es am Schönsten ist. Aber man kann nicht aus einem Riesenrad steigen, wenn es ganz oben ist.
Dein zweites Album erscheint. Du hattest Pech, denn das erste Album hat einen Hype generiert. Der Jubel in den Fachzeitschriften fällt verhalten aus, naja, es ist okay, aber kommt nicht ans erste Album ran, aber das ist nicht das Schlimme. Deine alten Fans, die dein erstes Album so gefeiert haben, sie werden verdrießlich, das ist irgendwie nicht mehr so wie das Alte, stänkern sie, damals war mehr Herz dabei, das klingt irgendwie nach Geldmacherei, seit du beim Major bist geht's bergab, immer öfter liest du sowas in den einschlägigen Foren und irgendwie machen dir die Beiträge des Spasten mit dem Headset und ohne Taktgefühl auf einmal was aus, wenn er wieder schreibt, er habe es ja schon immer gewusst, du seist 'ne arrogante Sau, deine Mucke wäre richtig kacke und deine neuen Fans sind alles Opfer. Überhaupt, die neuen Fans. Es sind viele, die Promo durch deinen Major hat sie angezogen, sie lieben dich, sie sagen, deine Mucke wär ihr Leben, sie feiern dich wie einen Gott, und fast alle haben dein Album heruntergeladen.
Dein Major meldet sich, das Album blieb hinter den Erwartungen zurück, der Verkauf ist schleppend, naja, eigentlich beschissen. Du bist sauer, du sagst, du willst ein drittes machen, du willst es allen beweisen, ein drittes, mhm, man müsste mal sehen, sagen sie, aber in Wahrheit haben sie dich längst aufs Abstellgleis gestellt. Deine neuen Fans, sie kommen wenigstens zu deiner Show, manche jedenfalls, aber es bleibt hinter den Erwartungen zurück, alles, irgendwie. Deine alten Fans werden immer biestiger, es kommt dir so vor, als ob sie dich regelrecht hassen, wenn du manchmal abends in den Foren nachliest, was sie so schreiben, du habest deinen Arsch verkauft, du seist 'ne Kommerzhure geworden, die Majorschwänze bläst, das ganze Programm.
Dein Hype ist vorbei, nun hat dich die Realität wieder. Leute erkennen dich auf der Straße, aber es ist irgendwie anders geworden, deine zweite CD hat zwar jeder, aber irgendwie hat keiner für sie bezahlt, so kommt es dir zumindest vor. Du schlägst die Zeitschriften auf, dort steht nichts mehr über dich, da ja auch nichts neues mehr kommt, andere Namen stehen dort, neue Namen, neue Newcomer, neue Geheimtipps. Manchmal taucht dein Name noch auf, aber es ist anders, wie gesagt. Du wirst depressiv, wütend, du weißt nicht wohin mit deiner Wut, du würdest gerne ein neues Album machen, aber dein Major lässt dich nicht, du überlegst ob du es wieder independent machen sollst, du willst es allen beweisen, aber es ist irgendwie alles wieder wie zu Beginn, wie bei Myspace, du bist einer von vielen, von sehr vielen.
Dein Vertrag mit dem Major läuft aus, du bist wieder frei, du hast die ganze harte Zeit über an dem Album gesessen, dem neuen, wo du deine Wut, deinen Hass, deine Verletztheit reingesteckt hast, du bringst es independent raus. Es spielt nichtmal die Presskosten ein, denn es gab keinen Major der Promo gemacht hat, die Magazine haben am Rande darüber berichtet. Deine neuen Fans wissen von dem Album nichts, und die alten wollen von dir nichts mehr wissen. Du sitzt auf einem Haufen CDs und fragst dich, was die ganze Scheiße eigentlich noch soll.
Und dann denkst du dir, na gut, und kündigst groß an, dass du aufhören wirst mit Rap, ein letzter Schrei nach Aufmerksamkeit, darüber berichten sie sogar alle, ebenfalls eine Randnotiz, eine Meldung. Und dann sitzt du abends da, liest in den Foren, was sie über dich schreiben, über deine Rücktrittsankündigung, ist eh nur Promo, sagen sie, gut, dass der Spast endlich aufhört, sagen sie, ein Opfer weniger, manche sagen, sie mochten dich, aber ein echter Verlust wäre es nun auch nicht, ganz wenige nur ergreifen Partei für dich, aber sie sind die absolute Minderheit gegenüber denen, die sagen "Er hat doch eh nur wegen der Kohle gerappt, gut dass er aufhört".
Okay.
Nun kannst du aufhören.

Montag, 27. April 2009

Kein Grund zur Beruhigung

Gerade "aus Versehen" auf BILD.de gestolpert und "aus Versehen" geklickt. Und was findet sich dort schönes?

  • Schweinegrippe: Die Welt kämpft gegen den Killer-Virus
  • Schweinegrippe: Wie viele Menschen tötet dieser Virus noch?
  • Schweinegrippe: Deutschland rüstet sich gegen Grippevirus
  • Post von Wagner: Tödliche Schweinegrippe
  • Schweinegrippe: Überrollt das Virus jetzt auch die USA?
  • Schon 68 Tote! Schweine-Grippe wütet in Mexiko

Bitte brechen Sie JETZT in Panik aus, gottverdammte Schweinebande!

Sonntag, 22. März 2009

Amoklauf der Prävention

Mit brennender Sorge und steigendem Befremden beobachte ich die Kollateralschäden des Amoklaufs von Winnenden. Nachdem kurz im Anschluss an die Tragödie vom 11. März 2009 die bundesdeutsche Presse sich in einem beispielhaften Amoklauf durch die Paragraphen des deutschen Pressekodex' metzelte ("Anonymisieren? Bang! Journalistische Sorgfaltspflicht? Bang! Unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt? Ratatatata...") und bei abendlichen Talkrunden sog. Experten, also die altbekannten "Kommentarwichsmaschinen" (Max Goldt), den Amoklauf der Schuldzuweisungen tätigten, sollte man knappe 2 Wochen nach den tragischen Ereignissen meinen, wieder im Normalzustand angelangt zu sein.
Sollte. Nun, während ich nach diesem langen einleitenden Satz eben Luft hole, lassen wir kurz die öffentliche Meinungsonanie Revue passieren. Die Schuld- und Ursachenfrage konnte im Gegensatz zu Erfurt (Counterstrike & Slipknot!) und Emsdetten (Final Fantasy & Lebensfrust!) nicht eindeutig geklärt werden konnte (Far Cry? Beretta im Nachtisch? Tischtennis? Bondage? oder doch Mozarts "Entführung aus dem Serail"?), was allerdings nicht bedeutet, dass die größten Wichser etwas dazugelernt hätten. Nach wie vor sind es natürlich Killerspiele, irgendwie auch das Waffen-Recht und über 30 Ecken bestimmt auch wieder gewaltverherrlichende Musik, die da Schuld haben. Aber selbst in der BILD-Zeitung wurde die Tatsache, dass es sich lt. Zeugenaussagen bei dem Amokläufer von Winnenden um einen netten, zurückhaltenden jungen Mann gehandelt hat, dem solch eine Tat niemand zugetraut hätte, derartig häufig betont, dass man diesmal nicht auf das eindimensionale Klischee des Killerspiel-Kellerkinds, des soziopathischen Sonderlings zurückgreifen konnte.
Deswegen wurden neben dem üblichen Geschrei & Gegeifer nach der Verschärfung des Jugendschutzes, Waffenrechts etc. nun auch Stimmen laut, die sensibelst eine "Kultur des genauen Hinsschauens" herlamentierten, um "frühe Warnsignale" zu erkennen und ggf. präventiv das schwarzwerdende Schaf in die Reinigung zu kriegen, ehe es zu spät ist. Also ehe es Amok läuft, versteht sich. Das Schaf, das halbschwarze. Verdammt, ist das kompliziert.
Aber wir leben ja in einem Land, welches dankbar auch den schwachsinnigsten Aktionismus bejubelt, hauptsache es sieht so aus, als würde etwas getan. Der Rektor einer Düsseldorfer Schule erzählte der Rheinischen Post stolz, man habe jetzt Präventiv-Maßnahmen eingeleitet: Jeder Schüler solle, natürlich unter vier Augen beim Lehrergespräch, Schüler nennen, bei dem oder denen er "Bedenken" habe. Und dieses Mal werden nicht nur die Killerspiel-Kellerkinder und soziopathische Sonderlinge, die ja ohnehin unter Generalverdacht stehen, die Leidtragenden sein. Denn der Amokläufer von Winnenden war nicht nur "nett" und "zurückhaltend", sondern angeblich auch "depressiv". Aha. Was bei der gegenwärtigen Amok-Hysterie vermutlich dafür sorgen wird, dass jeder, der nicht mit lobotomisiert-fröhlichem Gesichtsausdruck die binomischen Formeln aufsagt, sondern stattdessen mit Sorgenfalte auf der Stirn aus dem Fenster stiert, von einem Team ambulanter Psychologen und Sondereinsatzpädagogen derart therapiert wird, dass ihm gar nichts anderes übrigbleibt als sich krank zu Lachen.
Klar, das ist übertrieben. Aber was ist in diesen Tagen nicht übertrieben? Dass der gesunde Menschenverstand offensichtlich flächendeckend heruntergefahren wurde, sieht man am Deutlichsten an einem weiteren Kollateralschaden der ganzen Geschichte, dem Rapper Kaas und seinem Musikvideo, welches einen Amoklauf zeigt. Das tragische ist hierbei, dass Kaas nun vermutlich der letzte Rapper ist, der in irgendeiner Weise Gewalt verherrlicht; ganz im Gegenteil, gerade Kaas hat eine künstlerische Intention, eine positive Message, er ist letzten Endes der Prototyp des oft als Öko-Hippie-Hopper geschmähten Conscious-Rappers - und ausgerechnet ihn pickt man sich heraus, um einen Sündenbock zu haben. Nein, gesunden Menschenverstand sucht man leider vergebens.
Das Tragische an diesem Beispiel ist jedoch nicht die bisweilen ins Groteske driftende Absurdität des ganzen medialen Spektakels; das Tragische ist, dass allein am Beispiel von Kaas sich dieser ganze schlagzeilentaugliche Genau-Hinschauen-Warnsignale-Beachten-Pomp als der lauwarme Furz entlarvt, der auch letzten Endes ist. Wer genau hingeschaut hätte, hätte den Disclaimer gesehen, den Kaas seinem Video vorangestellt hat, der hätte außerdem festgestellt, dass das Musikvideo Szenen des Diplom-Abschlussfilms „Amok“ von Peter Lenkeit enthält. Aber statt genau hinzuschauen verlegt man sich lieber auf Sperrfeuer.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass dem Sperrfeuer vor allem Unbeteiligte zum Opfer fallen, beispielsweise Leute mit roten Haaren. Quatsch, meine natürlich: Leute mit den falschen T-Shirts. Ich habe schon mehrfach von Hirntot-Fans gehört, welche wegen des Tragens von "Hassrapper"-Shirts umgehend zum Rektor ihrer Schule zitiert und darauf hingewiesen wurden, dass solcherlei "rechtsradikale Kleidungsstücke" an der Schule verboten wären. Und beispielhaft auch der Klassenbucheintrag, den ein Schüler erhielt, welcher einen Hirntot-Sticker auf seinem Ordner hatte: "K. befürwortet Gewalt, das zeigt er mit einem Aufkleber der Gruppe 'Hirntot' auf seinem Hausaufgabenheft".
So einfach ist das. Was braucht man auch genau hinschauen, wenn die Amokläufer von morgen schon anhand der Musik, die sie hören bzw. der Kleidung, die sie tragen identifizierbar sind? Nein, nein: solange Lehrer sich für ihre Schüler genausowenig interessieren wie Eltern für ihre Kinder wird sich nichts ändern. Vielleicht ist es an der Zeit zu akzeptieren, dass eine Gesellschaft wie unsere, die immerhin so krank ist sich 20 verschiedene TV-Magazine für ein und dasselbe Fernsehprogramm zu leisten, mitunter abgedrehte Individuen hervorbringt.

Samstag, 20. Dezember 2008

Teenieslasher

Um mal wieder hier reinzuspucken..
Also, wie jeder halbwegs hirntot-informierte Atze wissen müsste ist "Lady Bitch Gay" am 5.12. zeitgleich mit Hirntot Records "Greatest Hits 2" erschienen, und das Album war in nichtmal einer Woche im Hirntot-Shop ausverkauft, weil unsere Fans einfach der Wahnsinn sind. Wer das Teil noch nicht hat kann es sich allerdings noch im Großhandel, auf Amazon oder bei Distributionz holen, aber wer weiß wie lange noch? Also zuschlagen!
Und ihr wisst ja, wer illegal downloadet ist ein Hurensohn, das ist ein Naturgesetz.

So, und um mal was halbwegs Sinnvolles hinzurotzen - falls das überhaupt geht - gibt's jetzt ein paar extrageile Infos direkt von Hinter-den-Kulissen wech über unsere völlig hirntote Arbeitsweise.
Wie jeder zurückgebliebene Mutterficker mittlerweile wissen müsste sind wir übelste Arbeitstiere, die sich keine Pause gönnen und kräftig drücken, um unsere Scheiße rauszupressen (haha). Während andere Rapper sich die Motivation wegkiffen oder fünf Jahre lang an 'nem 8-Zeiler sitzen, weil sie irgendwie derbe Punchlines über die Weltwirtschaftskrise in vierfach-Doppelreim-Tripletime-Kaka furzen wollen, geben wir Vollgas (nochmal haha) und liefern unseren treuen Fans ein hochwertiges Release nach dem anderen.
Viele fragen sich: wie entsteht bei Hirntot ein Album?
Darauf gibt's keine Pauschalantwort, aber ich will mal anhand meines bald erscheinenden 2ten (a.k.a 4ten) Soloalbums "Der Teenieslasher" erklären, wie das Ganze abzulaufen pflegt. Es beginnt mit einer simplen Idee: ich hab eine Zeit lang (definitiv zuviele) Freitag-der-13te-Teile geguckt und die Macheten-Eishockeymasken-Atze Jason abgefeiert. Weil ich ein wissbegieriger alter Sack bin, habe ich mir in diversen Lexika noch einiges Wissen über das Slasher-Filmgenre als solches angeeignet (und glaubt ma, es ist hochinteressant was für kranke Interpretationen es gibt; da wird der Slasher als Sinnbild für konservativ-puritanisches Gedankengut, der die Jugend für ihr Sex&Drugs-Getue bestraft, gehandelt) und als mir beim Lesen das Wort "Teenieslasher" ins Auge fiel, war die Idee geboren. Die Idee zu einem Track, wohlgemerkt. Ich machte also einen Beat und begann einen Text zu schreiben, aber irgendwie geschah das gleiche wie bei "Lady Bitch Gay": mir kamen dank der zahlreichen Slasherfilm-Klischees immer mehr Ideen, und schließlich hatte ich einen Haufen von potenziellen Tracktiteln sowie einen halbfertigen Text. Ich rief Blokkmonsta an und erzählte ihm von der Idee und dem Konzept. Denn ohne Konzept ist ein Album nichts als eine Ansammlung von Tracks. Konzept bedeutet nicht, dass die Tracks einen unbedingten direkten Bezug zueinander haben müssen, sondern dass eine Art übergeordnete Idee über dem Ganzen schwebt, eine Vorstellung von dem fertigen Produkt. "Teenieslasher" soll schließlich nicht nur slasherfilmtypisch über das Abmurksen einer Bande verkiffter sexgeiler Teenies berichten, sondern das Genre als solches unter die Lupe nehmen: die vielen Fortsetzungen, die Slasherfilme nach sich zu ziehen pflegen ebenso wie die latente Frauenfeindlichkeit des Genres, die finale Hetzjagd, das Töten des Slashers und sein mysteriöses Wiederauferstehen im nächsten Teil... Whatever, Blokkmonsta gefiel die Idee und er setzte sich gleich daran, schöne düstere Beats zu produzieren, die er mir schickte und ich begann auf die Teile zu schreiben.
Da wir bekanntermaßen auf irgendwelche Punchlines und kulturell wertvolles Textgut großzügig zu Scheißen pflegen gehen Texte bei uns immer recht schnell, wohlwissend, dass uns theoriegefickte Hiphop-Nerds dafür hassen, aber hey: viel Feind, viel Ehr'!
Mit einem Haufen Texten im Gepäck ging es nach Berlin und ich nahm die ganze Chose an ein paar Tagen auf.
Jetzt muss das Ding noch geschnitten und gemastert, einige Features abgeliefert sowie ein stimmiges Artwork für die CD erstellt werden und dann ist das Teil auch schon fertig, wiedermal knallharter Psychokore für die Hirntot-Atzen da draußen.
So, und jetzt hab ich auch schon keinen Bock mehr hier weiterzuschreiben und wünsche euch ganzen Saftsäcken ein schönes Wochenende.

Dienstag, 11. November 2008

Nix als Arbeit!

So, nach extrem langer, für Internet-Verhältnisse geradezu episch langer Zeit nehm ich mir mal ein paar Minuten Zeit, um einen kurzen, informativen Cumshot in diesen schönen Blog zu spritzen!
Blokkmonsta & ich arbeiten momentan auf Hochtouren, um euch pünktlich zum 5.12. ein Adventsbundle zu präsentieren, dass sich aber mal sauber gewaschen hat:



also, zuschlagen! Damit ihr diesem Hurensohn Knecht Ruprecht die volle Hirntot-Power um die Ohren wemsen könnt, wenn er mit der Rute kommt, denn echte Atzen sind halt nicht brav... oder doch? Ich für meinen Teil hab heut im Supermarkt 'ne alte Dame um die 70 vorgelassen, so wie es anständige junge Mutterficker immer tun sollten!

Ansonsten war ich am Wochenende in München auf 'nem Familienfest und bin nachts mit meinem Cousin noch in so 'ner hässlichen, kleinen Teeniedisco namens "M-Park" versackt. Halleluja, ein Paradies für jeden Misanthrop! Höhepunkt des Abends war definitiv, als irgendso 'ne Schrapnelle meinen Cousin grüßte und sich kurz mit ihm unterhielt, er sich dann zu mir rüberbeugte und dann sagte "Ich würd euch gerne vorstellen, aber ich hab keinen Plan mehr, wie die Olle heißt"... Atze halt! Nicht lustig? Muss man wohl dabei gewesen sein, scheiß drauf.

So, und jetzt müssen wir hier mal schön weiterackern, also haltet die Ohren steif, seid nett zu euren Nachbarn und bestellt euch das Adventsbundle vor!

Peace & Bis bald!

Donnerstag, 9. Oktober 2008

LADY BITCH GAY!!!

Vorhang auf für "Lady Bitch Gay" (HT043), eines der härtesten deutschen Dissalben! Schwartz, seines Zeichens Mutterficker & erklärter Feminist, richtet sich mit diesem Tonträger gegen die wohl größte Frauenfeindin, die in diesem Land frei herumläuft. Auf den meisten (aber nicht allen) Tracks bekommt Lady Bitch Ray ihr wohlverdienstes Fett weg, dabei gibt es neben dreckigen Doubletimeparts und dem typischen schwar(t)zen Humor auch sozialkritische Themen, denn wo kommen wir hin, wenn eine profilneurotische Paradiesvogelpussy über den Bordsteinschwalben-Boulevard stolziert und sich als Vorbild für die weibliche Jugend bezeichnet?!

Die Releasedatum, Features und Trackliste werden demnächst bekannt gegeben - solange genießt die Videoauskopplung "Penis Style" in schönster Hirntot-Untergrund-Manier!





Freitag, 26. September 2008

CRASH

Meine Festplatte ist verreckt, diese Hurentochter! Nicht nur, dass dadurch etwa 40% meiner umfangreichen, mühsam zusammengeschnipselten Sampledatenbank im Daten-Nirgendwo verschütt gegangen ist, nein, auch alle meine in sorgsamer Kleinarbeit geschnittenen und gemasterten LBG-Parts sind weg! WEG!
Glücklicherweise gibt es ein Backup vom Studiorechner, und ich hab meine HD-Schlampe zur Datenrettung geschickt, aber die LBG-Parts muss ich trotzdem neu schneiden. Die schönste Arbeit die man sich vorstellen kann!
TECHNIK IST HURENSOHN!

Montag, 1. September 2008

Deep Thoughts II

Wusstest Du schon? In dem Augenblick, wo du ein Hirntot-Album auf irgendeine Updownloaderkackbastardseite lädst, lässt deine Mutter in der Küche den Kochlöffel fallen, sprintet auf die Straße und pflanzt sich dem nächstbesten hepatitis- und tripperverseuchten Drogenjunk auf den Cholera-Puller.
Mysteriös...

Mittwoch, 20. August 2008

Rap und ähnlicher Dreck

Nachdem "Im Fadenkreuz" nun im Presswerk ist und ich endlich wieder so etwas wie Zeit hatte, hab ich mal kurz geguckt, was in der sog. "Hiphop-Szene" so alles abläuft und musste feststellen, dass sie anscheinend von einer Epidemie befallen ist. Anders kann ich mir den neusten Trend, der Welt mitzuteilen, dass man aufhört mit Rap, nicht erklären. Erst löst sich Optik Records auf (kannte bis auf Kool Savas niemanden davon), dann verlässt ein gewisser Manuellsen (never heard of) das sog. "Game" (Hiphop-Truehead-Fachterminus, yeah), Royal Bunker hat dichtgemacht und Eko Fresh hat ja schon vor einiger Zeit gesagt, dass er das mit dem Rappen nunmal lieber sein lassen wird.
Dass natürlich die ganzen nixblickenden Kellerkids in diversen Internetforen ihren sinnlosen Senf dazugeben müssen ist klar, neben dem typischen Haten ("Gut, dass der aufhört") und klugkacken ("Ist doch eh nur Promo") kommt noch typisch deutsches Weltuntergangsdenken dazu: "Deutschrap geht den Bach runter, die Ratten verlassen das sinkende Schiff" usw. Diverse Fakten um einbrechende Verkaufszahlen untermauern diese (R)apokalypse allerdings: Rap ist längst nicht mehr die coole Möglichkeit, schnell gutes Geld zu machen. Ist ja auch logisch: Egal wie dick die Titte ist, wenn ihr soviele Leute die Milch raus lutschen ist klar, dass am Ende nur noch Blut kommt, und aus den prallsten Monstermöpsen wird letztlich ein schlaffes Euter, das bis zum Knie baumelt.
Und seien wir mal ehrlich: es gibt soviele Rapper in Deutschland, dass es einer Seuche gleichkommt. Jeder kann sich für ein Monatsgehalt ein Studio zusammenkaufen, eine Myspace-Seite machen und das ganze dann "Label" nennen und erzählen, dass er die tightesten Flows von allen hat. Rapper, auch gute Rapper, gibt es wie Sand am Meer, herausragende dagegen nur sehr wenige.
Frage in den Raum gestellt: Was macht einen herausragenden Rapper aus?
"Tighte Flows mit Doublerhymes, die er auf dopen Beats droppt", ruft der Chor der Hiphop-Schwuchteln.
Falsch, ganz falsch. Ein herausragender Rapper funktioniert zunächst mal unabhängig von seinem Können, über seinen Namen. Kool Savas, Frauenarzt, Kaisa, Sido, Samy Deluxe, das sind Künstler, deren Künstlername zugleich eine Marke ist, damit assoziieren die Leute etwas. Wie gut diese Leute rappen ist dabei völlig egal, Fakt ist, man diskutiert darüber, ob sie gut rappen, und das bis zum Exzess. Ein herausragender Rapper polarisiert die Gemüter, er wird entweder geliebt oder gehasst und hat damit dem farblosen, uninteressanten und diskussionsunwürdigen Durchschnittsrapper nicht einiges, sondern alles voraus.
Das ist natürlich erstmal eine schlechte Nachricht für die ganzen Newcomer, die nächtelang Doubletime auf 90-BPM-Beats geübt und Zeilen mit Achtfach-Rhymes geschrieben haben, um sich irgendwann zum neuen Rapking krönen zu lassen, aber so läuft diese Geschichte nunmal. "Das ist ungerecht!" wird mancher jetzt sagen. Richtig.
Aber seit wann ist das Leben gerecht?

Mittwoch, 13. August 2008

Scheißblog

So, es wird mal wieder Zeit, dass ich den metaphorischen Finger in den Hals stecke und 'ne ordentliche Ladung Mageninhalt in diesen Blog kotze. Es ist ja bekannt: wenn man nicht jeden Tag irgend 'nen blöden Satz online stellt, denken die Leser der Blog wäre verwaist und lesen nicht mehr weiter... der Aktualitätsdämon hat mich sozusagen völlig in seinen Klauen, und damit liege ich voll im Trend, wenn ich an die aktuelle SPIEGEL-Ausgabe denke. "Macht das Internet doof?" fragt das Hamburger Dreckswochenblatt, und liefert in seinem Artikel natürlich gleich die Antwort: Ja, unser Menschenhirn ist nicht in der Lage, den Overkill an Informationen richtig zu bearbeiten, konzentrieren auf längere Sätze ist gar nicht mehr möglich und rein statistisch müsste jeder zweite Internetuser spätestens ab hier vergessen haben, wie dieser Satz eigentlich angefangen hat!
Ob das stimmt wage ich mal nicht zu beurteilen, Fakt ist jedenfalls, dass die Menschen heute mehr lesen als je zuvor, Fakt ist allerdings ebenso dass 90% davon wertloser Dreck ist, Spam-Mail, das x-te GMX-So-fickt-man-richtig-Kladderadatsch oder die neusten Lügen auf BLÖD-Online, alles Plunder, den das Hirn nicht braucht.
Das Witzige ist tatsächlich die Aktualitäts- und Aktualisierungssucht. Ich kenne Leute, die alle 10 Minuten auf SPIEGEL-Online nachsehen müssen, ob die Welt noch steht, die alle 10 Minuten ihre E-Mails abrufen usw. So ein schöner Urlaub in Offlineistan ist da mal nett... weswegen ich meinen Arsch jetzt gleich wieder auf den Balkon schwinge und mir die Sonne auf den Sack scheinen lassen werde!
Der Inhalt dieses Blogs, der dem Durchschnitts-Internetuser sowieso zu komplex wäre (würde jedenfalls der SPIEGEL sagen), ist übrigens genauso wertlose Rattenscheiße wie die aktuellste Info auf gmx.de: "Die Pille vernebelt die Sinne"! Ja mei, da brauchen die Weiber ja gar nicht mehr ihre Migräne vorzuschieben... Also, genießt das gute Wetter & erfreut euch eures Daseins!

Achso... "Im Fadenkreuz" ab 19.9.08, ihr sacknasigen Pelzfressen!!!

Freitag, 8. August 2008

Statusbericht

Die Woche in Berlin neigt sich dem Ende zu. Heut abend werden wir wahrscheinlich noch schön irgendwo essen gehen, aber bis dahin liegt auch noch einiges vor uns.
a) Die Arbeiten an der "Im Fadenkreuz"-DVD sind noch nicht ganz abgeschlossen, aber wir haben den größten Teil geschafft. Sehr gut!
b) Mein Album "L.B.G" (HT043) habe ich komplett aufgenommen. Das Teil wird sehr schön!
c) Zusätzlich haben wir eine ansehnliche Fotoreihe für das L.B.G-Cover vorliegen. Alle Fotos von Arno Nuehm, die Teile sind der Hammer.
d) Ich brauch Schlaf.
e) Alles Material für ein nettes Untergrundvideo zu einem Track von L.B.G haben wir beisammen. Die Kacke muss noch geschnitten werden, aber das Ding wird auch sehr cool werden. Promise!
f) Heute war 'ne andere Tille in der Backstube. Sauerei!
g) Und schon geht's wieder los...

Mittwoch, 6. August 2008

Tempeltown Tittentheater

Nachdem ich gestern schon um 23h tot im Bett lag (gewöhnlich ist für mich dann die Zeit für das Mittagessen), schlief ich heute mal richtig aus, sprich: ich stand statt um 5:30h um 6h auf. Yeah, die halbe Stunde hat's voll rausgehauen! Um 8:30h kam ich in derselben Bäckerei von gestern an, trank meinen Latte Macciato mit Vanille und fand die Titten der hübschen Bäckerin am selben Platz wie gestern vor. Während draußen die Rush Hour langsam in Gang kam ließ ich mich hervorragend vom Vorbau der Bäckerin und den Lügen der BLÖD-Zeitung unterhalten.
Und als ich eben um 9h bei Blokkmonsta aufschlug hab ich den Hänger natürlich wieder aus der REM-Phase gerissen... Und auch für heute ist der Zeitplan wieder enger als die Leggins deiner Mutter, bin sehr gespannt ob wir alles schaffen werden! Und wegen des Stress' hab ich auch keine Zeit für irgendwelche kacksinnvollen und tieffickenden philosophischen Gedanken, daher ist dieser Blog zur Zeit arschlangweilig. Aber vielleicht mach ich morgen ein Foto vom Bäckerbusen und stell's hier rein, dann kommt wieder Leben in den Puff...

Dienstag, 5. August 2008

Um 5:30h...

... bin ich heut morgen aufgestanden! Da Blokkmonsta zu diesem Zeitpunkt erst ins Bett gegangen ist hab ich den gesamten frühen Morgen (also nach meinen normalen Maßstäben: mitten in der Nacht) schön in einer Bäckerei in Tempelhof abgehangen, einen Kaffee getrunken und der hübschen jungen Bäckerin auf die Titten geglotzt. Gegen 9h riss ich Blokkmonsta dann aus seiner REM-Schlafphase damit wir weiter arbeiten konnten. Und nach bisheriger Einschätzung wird der heutige Arbeitstag definitiv bis 20h gehen...

Montag, 28. Juli 2008

Nachbarn

Die Nachbarn sind auch nicht mehr das, was sie mal waren... Habe neulich abends auf ein-bißchen-mehr-als-Zimmerlautstärke mir die "Im Fadenkreuz"-Tracks durchgehört, als es von oben auf einmal auf den Boden klopfte. Gut, dachte ich bei mir, mach ich halt etwas leiser. Drehe also das Volume runter, doch das Geklopfe hört nicht auf. Okay, es war schon 23h, ich machte die Musik dann ganz aus. Und wenige Sekunden später klopfte es wieder. Ach, fick dich selbst, dachte ich, machte die Musik wieder laut und drehte zusätzlich den Bass auf, so dass das Regal schon zu knarren begann. Daraufhin hörte das Klopfen auf. Sehr schräg.

Unreif

Ich durfte mir heute anhören, ich sei wegen der Musik die ich mache "unreif". Eine von vielen Meinungen, sicher, aber ich will sie mal zum Anlass nehmen, eine grundsätzliche Frage zu stellen: Wieso zum Teufel wird von der Musik, die jemand macht, auf die Person geschlossen? Ich mein, glaubt denn irgendwer tatsächlich, irgendwelche Mutantenstadl-Volksmusikanten würden den ganzen Tag dauergrinsend und -winkend durch die Gegend laufen und wären nonstop so Eppileppi-Happy, wie sie sich in ihrer Musik darstellen? Zeigen nicht so "Karrieren" wie von z.B. Britney Spears, dass sich hinter dem grimassenartigen Dauersmile im Grunde genommen tieftraurige Persönlichkeiten verbergen? Und ist es im Umkehrschluss nicht sehr gut vorstellbar, dass die krankeste Musik von privat sehr netten, umgänglichen Menschen gemacht wird? - ich denke da an den "Abschaum der Menschheit", meinen Atzen R.O.D (Gruß nach Amiland an dieser Stelle).
Interessanterweise wird diese Unterscheidung bei Filmschauspielern problemlos akzeptiert. Wir sehen Bruce Willis in "Die hard" 2 Stunden lang dabei zu, wie er als John McClane in Einzelkämpfermanier ein Hochhaus von Verbrecherpack & Gesindel säubert, aber kämen im Traum nicht auf die Idee, die Rolle, die er spielt auf die Privatperson dahinter zu übertragen.
Bei der Musik, insbesondere bei Psycho- und Horrorcore, wird hingegen das lyrische Ich mit der dahinterstehenden Privatperson gleichgesetzt. Eingedenk der Tatsache, dass ja nun doch jeder irgendwie irgendwann mal auf der Schule war, und man von Kleinauf eingetrichtert bekommt, das Autor-Ich und Erzähler-Ich niemals identisch sind, ist dies, ähm, ja genau: unreif. In höchstem Maße.
Um es auf den Punkt zu bringen: Bruce Willis rennt nicht mit gezogener Knarre durch Hochhäuser, Anthony Hopkins hat niemals die Leber seines Therapeuten gegessen und ich hab nie deine Mutter gefickt.
Glaub ich jedenfalls.

Sonntag, 27. Juli 2008

Neuer Freetrack

Donnerstag war ich bei meinem Atzen Gaizteskrank in seinem Studio in Neuss, und mit von der Partie war DNA von Hellraisa Records... dabei entstand dieser schöne Track:

DNA, Schwartz, Gaizteskrank - Stech den Typen ab

Viel Vergnügen beim Hören!
Selbstverständlich gibts das gute Stück auch auf meiner bzw. der Myspace-Seite der beiden anderen Künstler:

http://www.myspace.com/schwartzrap
http://www.myspace.com/psychourologin
http://www.myspace.com/shizofrengaizteskrank

Feiert & verbreitet das Zeug!!!

Freitag, 25. Juli 2008

Ride Sally Ride...

Zur Zeit brauch ich ein wenig musikalischen Urlaub von dem ganzen Rap-Zeug, und den find ich in den 60er... genauer gesagt, bei dem Über-Soulsänger Wilson Pickett:

http://youtube.com/watch?v=7upBJ63qGwY

Ich sag euch, wenn die ersten Takte dieses funky Grooves einsetzen schwillt mir der Sack schon aufs Zehnfache seiner Ursprungsgröße an, der Song ist der absolut zeitlose Überhit! Hört es euch an und ihr werdet mir zustimmen...

Dienstag, 22. Juli 2008

Im Fadenkreuz

Wie alle nun hoffentlich mitbekommen haben arbeiten Blokkmonsta, Uzi & ich derzeit an der CD "Im Fadenkreuz: Die wahre Geschichte der Hassrapper", zu der auch eine gleichnamige DVD erscheinen wird. Hier schonmal das Cover:


sowie der zugehörige Pressetext:

Blokkmonsta, Uzi & Schwartz - Im Fadenkreuz: Die wahre Geschichte der Hassrapper (CD & DVD) (HT042)

Zeit für die Wahrheit! "Im Fadenkreuz" ist die wahre Geschichte von Blokkmonsta, Uzi & Schwartz, die nach einem mehr als einjährigen Ermittlungsverfahren in einem in der deutschen Hiphop-Geschichte einmaligen Strafprozess wegen ihrer Musik verurteilt worden sind. Nach langem Schweigen liefern die von den Medien als "Hassrapper" betitelten Künstler auf diesem 18-Track-starken Longplayer nun endlich und langerwartet ihre Version der Geschichte ab - dies ist ihr Statement, in Form einer CD. Unterstützung bekommen sie dabei von hochkarätigen Künstlern wie Kaisa, Frauenarzt, Manny Marc, MC Basstard, B-Tight, Darkroom Familia, Dr. Faustus und Dr. Jekyll, die allesamt auch schon mit der Justiz und/oder BPJM in Kontakt gekommen sind. Für die Produktion zeichnen sich Blokkmonsta, Schwartz, SDBY, Krijo Stalka & Mystik Manners verantwortlich. "Im Fadenkreuz", das ist kein Psychokore, kein Gelaber, keine Fantasy, sondern 100% Real Talk!

An der "Im Fadenkreuz"-DVD arbeitet Hirntot Records bereits mit Hochdruck. Im Doku-Stil erzählen dort Blokkmonsta, Uzi und Schwartz über die Razzien, das Gerichtsverfahren, die Berichterstattung und vieles mehr. Außerdem kommen eine Menge weiterer Künstler zu Wort, die mit der Staatsgewalt bereits ihre Probleme hatten, darunter auch Größen aus dem US-Rap-Business, Fachleute und Journalisten liefern ihre Statements zum Gerichtsverfahren und den Hintergründen und ein umfangreiches Making-of von "Im Fadenkreuz" runden das Ganze ab. Und natürlich wird es noch weitere Specials geben, ihr könnt euch also überraschen lassen.

Demnächst gibt es mehr Infos, Trackliste, Snippet, Trailer, sowie Vorverkauf. Das Album und die DVD wird es natürlich deutschlandweit zu kaufen geben!
Danke an Smerli & Arno für das Cover-Design.


Feats:
Kaisa, Frauenarzt, Manny Marc, MC Basstard, B-Tight, Darkroom Familia, Dr. Faustus & Dr. Jekyll

Montag, 21. Juli 2008

Deep Thoughts

Neulich war ich mit einem Kumpel an einem See im Düsseldorfer Norden, wo sich zur Sommerzeit allerlei Menschenmüll tummelt, barbusige Babyboomermamas das klare Wasser verseuchen und kreischende Blagen mit ihren Schwimmflügeln aussehen wie fettleibige Barockengel... so richtig schön idyllisch, zum Kotzen!
Wie wir an diesem See sitzen und über Gott & die Welt philosophieren sagt mein Kumpel plötzlich mit sinnendem Gesichtsausdruck "Sachma... findste nicht auch, dass so 'ne Fotze aussieht wie'n Cheeseburger? Schön mit dem kleinen Schamlippen-Salatblatt, was da frech hervorlugt..."
Am späteren Abend jenes bedeutsamen Tages holte ich mir beim McDonalds an der Völklinger Straße noch sechs fetttriefende Fötzchen und speiste wie Gott in Frankreich.

Sonntag, 20. Juli 2008

Ursprünge...

Alle, die sich fragen wie man denn auf solche kranken, misanthropischen Texte kommt, wo dieser allgemeine Menschenhass seinen Ursprung hat, all denen sei eine Fahrt in der U-Bahn in Köln Samstagnacht angeraten.
Nachdem ich mir mit meinem Bruder und ein paar Leuten schön den Bauch mit Fleisch-Fondue vollgeschlagen und dazu ordentlich gezecht hatte und schließlich satt wie ein Mutterficker in der Bahn saß bot sich mit ein Bild des Grauens bzw. Schwachsinns.
Horden pubertierender Kids, gerade drei Haare am Sack aber dafür das Haupthaar hochgestachelt wie ein mutierter Igel, beschallen den Waggon mit dem blechernen Sound ihrer komischen I-Pod-Apparate, aufgetakelte Discoschlampen, denen das Make-Up bereits von den Bratzenfratzen abbröckelt und unter deren Minirock die Tamponfäden baumeln, herumschlurfendes Gothic-Gesocks, das einen permanenten Geruch von Moder und McDonalds ausströmt (was an den Cheeseburgern liegen mochte, die sie sich zwischen die schwarzgeschminkten Lippen schoben -- ein Bild für die Götter, wie die Fettsauce das blasse Gesicht herabrinnt!), irgendwelche verranzten Kommunen-Studenten die sich eine labbrige Pizza in die Laberluke stopfen, und draußen das typische Samstagabendpublikum, die auf der Suche nach was zum Ficken wie Zombies durchs Nachtleben schwanken, Lärm, Gestank, schrille Stimmen, gesichtsbehinderte Hässlichkeit, die sich einem natürlich genau gegenüberpflanzt und der die Dummheit der gesamten westlichen Welt in die Schnauze tättowiert ist, Rattenpack, Abschaum, Gesellschaft, Mensch!
Man möge mir verzeihen, dass ich angesichts solcher Eindrücke zu einem "Schön ist es auf der Welt zu sein"-Rap-Remix nicht fähig bin.

Mittwoch, 16. Juli 2008

Eine Hirntot-Story von 2005...

Als ich letztens mit Dr. Jekyll telefonierte fiel uns ein wie wir uns damals kennengelernt haben, und weil das eigentlich eine lustige Anekdote ist, möchte ich sie euch nicht vorenthalten. Im Sommer 2005 flog ich mit Akkkzt nach Berlin, wo wir uns mit Blokkmonsta trafen und ein wenig in seinem damals noch kleinen, verranzten Homestudio chillten. Später wollte Blokkmonsta sich noch mit Dr. Jekyll treffen (die zum damaligen Zeitpunkt noch nicht gerappt hat), und meinte, wir könnten sie ja gemeinsam abholen. Sie war damals noch mit Spraydose bewaffnet als MIZK unterwegs wollte ihm ihr neues Bombing zeigen (das heute recht bekannte BLOKKMONSTA-Bombing, ihr wisst Bescheid...)
So gingen wir zur U-Bahn (damals war Blokkmonsta noch kein taxifahrender Oberbonze) und fuhren zum Hermannsplatz, wo Jekyll bereits wartete und zustieg. Blokkmonsta stellte uns vor, Jekyll gab jedoch nur Akkkzt die Hand.
Blokkmonsta deutete auf mich und meinte: "Ey, da ist noch Schwartz."
Jekyll warf mir einen unverwandten Blick zu und sagte "Ehh, ja klar!"
Ich grinste, und Blokkmonsta: "Jek... das ist WIRKLICH Schwartz, der Atze aus Düsseldorf!"
Und ich sagte "Ja, ich bin dieser alte Mutterficker!"
Dann erst fiel der Groschen und wir lachten uns den Arsch ab. Ja, meine normale Kleidung ist eine ziemlich coole Tarnung, und noch heute wenn ich mit den Hirntot-Atzen unterwegs bin denken viele sicher ich sei Blokkmonstas Bewährungshelfer oder Uzis Urologe. Und außerdem zeigt es wiedermal, das hinter der Fassade des Normalmenschen immer die abgedrehtesten Hurensohnichzerfetzdeinegedärme-Gedanken lauern...

Gechillt in Unterbilk

Heute mit DNA und 'ner Freundin von ihr im sonnigen Unterbilk unterwegs gewesen. Die Sonne hat so richtig vom Himmel runtergeballert und es war heißer als deine Mutter, also haben wir uns in so ein schönes kleines mit alten verrunzelten Omas vollgestopftes Eiscafé gesetzt... und was bestellen die beiden Mädels sich? Einen richtigen "Für unsere kleinen Gäste"-mäßigen CLOWNSBECHER! Da kam ich mir mit meinem muttergefickten Eiskaffee noch älter vor...

Montag, 14. Juli 2008

Blas Schwanz, du Null(-Morphem)!!

Aus gegebenem Anlass bzw. weil es mir schon lange auf den Sack geht und mir erst vor einigen Tagen ihr Gesicht mal wieder aus einer bekannten Boulevardzeitung entgegengesprungen ist, muss ich ein paar Takte zu dieser hochnotpeinlichen Schwafeltitte Lady Bitch Ray verlieren. Okay - dass besagte Dame vor jedem öffentlichen Auftritt ihre Menschenwürde an der Garderobe abgibt ist zunächst mal ihre Sache und darüber will ich mich auch nicht groß auslassen.
Aber was mich aufregt ist die öffentliche Wahrnehmung dieser profilneurotischen Paradiesvögelpussy. Was zum Fick macht diese Tille so interessant für BLÖD-Zeitung & Konsorten?! Ich mein, wenn die Frau gerne rumerzählt, dass sie gerne Schwänze bläst und sich von fast jedem ficken lässt, dann hebt sie das zunächst mal nur auf das doch eher niedrige Niveau einer beliebigen 10€-Nutte, die bei "Vera am Mittag" über ihr Sexleben plaudert, das kann es also nicht sein. Dass Lady Bitch Ray dann irgendeinen halbsektiererisch anmutenden "Vagina-Style"-Magerquark drumherum dichtet und ihr doch eher althergebrachtes Nutten-Tun als Lifestyle und "neues weibliches Selbstbewußtsein" propagiert lässt einen dann erstmal Aufhorchen, und ein eher einfältiger Zuschauer mag jetzt schon ehrfürchtig erblassen - aber bei genauerer Betrachtung ist das halt auch nur eine Seifenblase. Letzten Endes läuft Lady Bitch Rays Vagina-Style-Gefasel darauf hinaus, dass Mädchen gefälligst so selbstbewusst sein und sich ihre Stecher selber aussuchen sollen. Aha. Mit Verlaub, Frl. Bitch, aber das ist seit Ende der 80er spätestens stinknormaler Alltag, das ganze als Novum verkaufen zu wollen ist schon etwas dreist.
Und wahrscheinlich würde sich auch völlig zu Recht keine Sau für eine mäßig talentierte Möchtegern-Feministin vom Bitch-Ray-Kaliber interessieren, wenn die Dame nicht - Trommelwirbel - Linguistik-Dozentin wäre! Nein! Ein Raunen geht durch das eindimensional denkende Deutschland! Mit einem Mal ergibt alles einen Sinn! Bzw. sollte einen Sinn ergeben, denn jemand mit Doktor-Titel quatscht ja nicht irgendeinen Scheißdreck daher... glaubt jedenfalls der durchschnittlich dämliche Journalist, und wenn Bitch Ray demnach "Fotze" oder "Ficken" sagt, dann ist das nicht die unflätige Äußerung einer x-beliebigen, nach Aufmerksamkeit jaulenden Talkshow-Schickse, sondern die konsequent durchdachte Nutzung eines jugendsprachlichen Jargons, mit dem Zweck - äh, ja, welchem eigentlich? Hier hört es nämlich schon auf.
Denn ob nun Doktorin, Doktorandin oder doch nur wissenschaftliche Hilfskraft, was auch immer Bitch Ray an der Uni macht, es hat nichts mit ihrem würdelosen öffentlichen Auftreten zu tun. Vereinfacht ausgedrückt: Eine Nutte ist eine Nutte, und dass sie erklären kann was ein Nullmorphem ist oder wo der Unterschied zwischen einer konversationellen und einer konventionellen Implikatur liegt hat keinerlei Einfluss darauf wie, ob und wann sie einen Schwanz bläst.
Das ganze Bitch-Ray-Brimborium zeigt wiedermal wie blöde dieses Land ist und wie einfach es sich verarschen lässt. Die Formel, von der Bitch Ray nutznießt, ist simpel: man nehme eine Stereotype (in diesem Fall eine nymphomanische, großmäulige Rotzgöre, die nix kann außer sich ficken zu lassen), erweitert es um einige (nicht minder klischeehafte) Infos, die das Klischee aufzubrechen scheinen (in diesem Fall mit der Tatsache, dass die großmäulige Rotzgöre studiert hat), und schon staunt Deutschland: Boah. Ne große Fresse haben und doch Linguistik-Dozentin sein. Das sowas möglich ist, voll krass ey.
Übrigens funktioniert die Formel natürlich auch umgekehrt; das wäre in diesem Falle dann z.b. die strenge Linguistik-Dozentin, die in ihrer Freizeit als Domina arbeitet.
Aber was soll's. "In der Zukunft wird jeder für 15 Minuten berühmt sein", sagte der Pop-Art-Künstler Andy Warhol vor einigen Jahren. D'accord. Und ich sehe zu, wie Bitch Ray sich von Harald Schmidt "Fotze" nennen lassen muss und vergesse doch glatt auf die Uhr zu schauen!