Mittwoch, 2. Dezember 2009

Halt durch, Britt!!!

Der Vorteil, wenn man kein TV hat: "Deutschland sucht den Superstar", "Dschungelcamp" und "Frauentausch", also all jene merkwürdigen Beschäftigungstherapien und Beruhigungsmittel für die Bundesbürger, gehen völlig an einem vorbei, und man hält den Geist frei für die wichtigen Dinge des Lebens (Ficken, fressen, schlafen). Der Nachteil: Man verpasst das Austerben der Formate, in diesem Fall: den Tod des Daily Talk.
Ich war ehrlich geschockt, als ich neulich die Fernsehzeitung durchforstete und feststellen musste, dass der gute alte Mittagskrawall-mit-Moderator so gut wie nicht mehr existiert! Einzig und allein Britt, diese skandinavische Schönheit, talkt nach wie vor in der gleichnamigen Show ab 13 Uhr für eine Stunde herum, sie hält sozusagen einsam die Flamme des mittäglichen Phrasendreschens in den Himmel, der von Doku-Soaps à la "We are Family verdunkelt wird (jaja, ich hab heut wieder meinen metaphorischen).
Mit den Talkshows verhielt es sich freilich so wie mit allem: ein Affe machts vor, tausend Affen machen es nach. Seit Ilona Christen auf RTL erste Erfolge in den Quoten verbuchen konnte, überfluteten die Privatsender den Nachmittag mit ihren Peter Imhofs, Pilawas, Franklins, Veras, Rickys, Oli Geißens und wie diese abgehalfterten Moderatoren-Pappkameraden alle hießen, was natürlich zur Folge hatte, dass dem Zuschauer das ewige inhaltsleere Gebrabbel irgendwann mächtig auf den Sack ging - zumal die deutschen Talkshows längst nicht den krawalligen Gladiatorenkampf-Charakter von amerikanischen Formaten à la Jerry Springer hatten und demzufolge weniger dem inneren Schweinehund die Eier kraulten. Hierzulande musste man sich mit Unterschichts-Beziehungskisten und verschwitzten Altmänneraufgeil-Themen der Marke "Ich werde Pornostar" oder "Schlampe: Du hast mir den Mann ausgespannt" vorlieb nehmen. Soweit, so gut.
Klar: Der "Talk" stand immer ganzganzganz weit hinter der "Show", aber anders ging es ja auch nicht. Es wurde zwar viel geredet, aber es kam immer mehr auf den Unterhaltungscharakter, die Lautstärke an, im Grunde hätte man das Format auch "Freakshow" nennen können, spätestens ab dem Zeitpunkt, als den hungrigen Talkshows die Normalkandidaten ausgingen und sie auf gecastetes Menschenmaterial zurückgreifen mussten. Das nahm dem Ganzen noch mehr von der ohnehin kläglichen Authentizität, verstärkte aber nochmals den Showcharakter und ja, man muss es einfach so sagen: es war immer wieder ein Vergnügen, wie die Talkshow-Hintermänner, als sie merkten dass die Quoten zurückgingen, immer härtere Konflikte auffuhren, um den Zuschauer bei Stange zu halten, die Freaks wurden freakiger, die Titten wurden größer, die Themen wurden dämlicher.
Und jetzt, wie gesagt, kämpft da eine einsame Britt werweißwielangenoch um ihre eine Stunde tägliches Geschwafel. Ich hege große Sympathien für Britt Hagedorn, in erster Linie weil sie einfach eine geile Sau ist, aber auch weil mich dieses Gute-Alte-Talkshow!-Gefühl ganz nostalgisch macht - auch wenn von "Gute alte Talkshow" nicht viel zu sehen ist, es geht dort schließlich nur noch um Vaterschafts- und Lügendetektortests.
Aber gut. Ich bin gespannt wann ich den Abgesang auf die Doku-Soaps schreiben kann, das wird vermutlich noch etwas dauern, aber mir auch bedeutend mehr Spaß machen!

Samstag, 28. November 2009

Anmachspruch

"Möchtest Du vielleicht noch kurz mit raufkommen und dir meine K.O.-Tropfen-Sammlung ansehen...?"

Mittwoch, 25. November 2009

Ein normaler hirntoter Tag

Für all die Atzen, die sich fragen wie denn ein normaler, hirntoter Tag aussieht, hier ein kleiner Einblick von gestern…


Ca. 13 Uhr: Aufgewacht (nicht zu verwechseln mit „Aufgestanden“!), TV eingeschaltet, Frühstück im Bett (Kaffee und einen Pott Haferflocken in Milch mit Zucker & Kokosraspeln), dabei „Britt“ geguckt, sich über die hirnamputierten Vollidioten dort lustig gemacht und selber cool und überlegen gefühlt. Und Britts Arsch bewundert – eine geradezu phantastische Mutti!


14:00 Uhr: Aufgestanden, Hirntot-Forum (www.hirntot-forum.de), E-Mails (schwartz@hirntot-records.de) & Myspace (www.schwartzrap.de) gecheckt, Fan-Post beantwortet (oder auch nicht – je nach Laune)


14:30 Uhr: Am Hirntot-Roman gearbeitet (coming soon), recht gut vorangekommen, so etwa 50% des Dings sind fertig. Beim Schreiben ca. 2 Thermoskannen Kaffee versoffen.


16:00 Uhr: Zwischenzeitlich mit Queen Katha (Drama Muzick) gelabert & Feature vereinbart, anschließend weiter am Roman gearbeitet.


17:00 Uhr: Mit Blokkmonsta zum Postfach. Neues Schreiben der BPJM erhalten (Inhalt top secret!), ein paar Getränke eingekauft (Eistee in verschiedenen Geschmacksrichtungen).


18 Uhr: Antwortschreiben für die BPJM aufgesetzt, zugunsten der „Simpsons“ aber um eine Stunde verschoben.


19 Uhr: Antwortschreiben für die BPHM aufgesetzt & fertiggestellt.


19:30 Uhr: Mit dem Cutter der „Im Fadenkreuz“-DVD gesprochen, das Teil ist fast fertig, ein paar Dinge müssen noch korrigiert werden… aber freut euch schon mal drauf!


20 Uhr: Mittagessen (Shawarma mit Rind) beim Libanesen um die Ecke. Sehr gut!


21 Uhr: Chilltime. „Untergrund“ von Blokk & Arzt ein wenig gehört, Hirntot-Forum (www.hirntot-forum.de), E-Mails (schwartz@hirntot-records.de) & Myspace (www.schwartzrap.de) gecheckt, außerdem auf mzee.com & hiphop.de über die irgendwelche Neuigkeiten aus der „Hiphop-Szene“ informiert.


22 Uhr: Weiter am Roman gearbeitet (alles was ich heut Mittag geschrieben habe überarbeitet, besonders die Dialoge…)


ca. 23:30 Uhr: Mit Blokkmonsta ne Idee für ein weiteres gemeinsames Colabo-Album gehabt.


23:31 Uhr: Colabo-Album angefangen aufzunehmen…


1:30 Uhr: … und fertiggestellt! Haha, nein. Zurück zu 23:30 Uhr: Ideen notiert und in den proppenvollen „Projekte Irgendwann“-Ordner verschoben. Danach weiter am Roman gearbeitet, nebenher auf Myspace gechilltt.


1:30 Uhr (jetzt aber wirklich): Mit Blokkmonsta zur Currybude an der Ecke gelatscht und eine Zwischenmahlzeit eingenommen. Dann wieder zurück und weiter am Roman gearbeitet, allerdings mit sinkender Konzentration.


2:30 Uhr: Ein paar Songzeilen aufgeschrieben und in irgendeiner Datei gespeichert (finde ich allerdings nicht mehr wieder).


2:35 Uhr: Mit paar nachtaktiven Atzen in MSN gelabert… nebenher am Roman gearbeitet (langsam wird’s langweilig, hahaha).


5 Uhr: Richtung Bett gechillt, TV eingeschaltet, irgendwelche witzlosen Sitcoms geschaut, dabei Abendessen (ein Stapel Brote mit Mett, Salami, jungem Gouda, dazu stilles Wasser mit Pfirsichgeschmack).


6 Uhr: Schlafenszeit!

Donnerstag, 6. August 2009

Tipps für Rap-Newcomer

Oft schreiben mir Leute, dass sie sich jetzt auch an Rap versuchen möchten, und ob ich ihnen nicht Tipps geben könnte. Obwohl ich glaube, dass es da sicher geeignetere Ansprechpartner gibt als mich, will ich mal nicht so sein, und da ich gerade ein paar Minuten zeitlichen Überschuss habe, kann ich im gleichen Zuge diesen leicht mumifizierten Blog ein wenig wiederbeleben. Fangen wir also an.

1. Keiner wartet auf dich

Es ist vielleicht symptomatisch für eine Musikrichtung, die mehr oder minder aus lyrischen Schwanzvergleichen heraus entstand, dass von Rappern erwartet wird mit dem Selbstbewusstsein eines Kingkong durch die Gegend zu stapfen und lauthals zu verkünden, dass man das sog. "Game" nun vollends ficken wird, dass alle Haster sich zurückziehen können und man für Hiphop in ungefähr das ist, was Jesus fürs Christentum war. Verabschiede dich von dem Gedanken. Mach dir bewusst, dass keiner auf dich wartet, dass es sicherlich nicht noch einen Rapper braucht, der der Welt ungefragt seine Meinung oder seine Biographie um die Ohren klatscht. Schau dich auf Myspace um: es gibt mehr Rapper als Kfz-Mechaniker in Deutschland. Jeder Raphörer versucht sich früher oder später auch mal an der Sache, und du bist nicht anders. Du bist bloß einer von vielen, nichts besonderes. Das ist hart, aber die Wahrheit, leb damit und nimm es als Grundlage für alles weitere.

2. Vernachlässige den Text, bau auf deine Stimme

Aus irgendeinem Grund hat Rap den Ruf, dass die Texte das wichtigste seien. Das mag dran liegen, dass es in keiner anderen Musikrichtung mehr Text gibt als hier und bei manchen Storytellern oder akrobatischen Reimspielereien ist ein guter Text unerlässlich, aber ein Anfänger kann auf den Text getrost scheißen. Aus diesem Grund kannst du dich auch aus diesen merkwürdigen Freetype-Foren fernhalten, also Internetforen, wo man sich Battles per getippten Textzeilen liefert. Das ist ein netter Zeitvertreib, aber hat mit Rap nichts zu tun. Rap funktioniert nicht über die Schrift, sondern über den Sound, und damit meine ich nicht das Geklacker der Tastatur. Das erste, was ein Hörer von dir wahrnehmen wird, noch bevor der Sinn des Textes an sein Ohr gedrungen ist, ist deine Stimme und deine Vortragsweise, also der Flow. Das bedeutet: Arbeite an deiner Stimme. Klar, nicht jeder ist mit einer guten Stimme gesegnet, aber es kommt nicht drauf an Barry-White- oder Leonard-Cohen-mäßig gefällig zu klingen, sondern stimmlich aufzufallen. Legendäre Rapper wie B-Real von Cypress Hill, Eazy-E, Flavour Flav oder auch Busta Rhymes haben alles andere als gefälllige, aber dafür umso markantere Stimmen. An deiner Stimme groß etwas ändern kannst du nicht, aber du kannst lernen sie einzusetzen. Experimentiere herum, nimm dich in unterschiedlichen Stimmlagen auf und höre es mir anschließend an, schau, was dir selber am Besten gefällt. Und keine Angst vor dem Mikrofon: dem macht es nichts aus, wenn du es anschreist. Das größte Manko von Anfängern ist Unsicherheit oder Angst vor dem Mikrofon, halbgeflüstertes, eierlos klingendes Genuschel. Versuche nicht krampfhaft anders zu klingen, mach was dir gefällt, aber achte drauf, dass deine Stimme nicht wie jede andere klingt. Und wenn du halt eine gelangweilte Stimme hast, dann kultiviere diese Langeweile stimmlich. Ich bin sicher, du weißt was ich meine.

3. Steh zu deinen Vorbildern und entwickle deinen eigenen Stil

Jeder hat Vorbilder, das ist ganz normal. Wer behauptet keine Vorbilder zu haben, will sie lediglich nicht wahrhaben, und betrügt somit sich selbst und den Hörer. Klar werden deine ersten Rapversuche maßgeblich von deinen Vorbildern beeinflusst sein - das ist ganz natürlich. Aber solange deine ersten Rapversuche nicht an die Öffentlichkeit kommen, ist das egal. Studiere den Rap deiner Vorbilder. Dass sie dir gefallen ist klar, aber WARUM gefallen sie dir? Finde es heraus und du kannst dich von ihrem Einfluss freimachen. Lass dich ruhig weiterhin von ihnen inspirieren, verwende Teile ihrer Texte oder Flows und baue sie als kleine Hommage in deine eigenen ein, aber mach nicht den Fehler zu kopieren oder nachzuahmen. Entwickle deinen eigenen Stil. Das kann mitunter ein langwieriger Prozess werden, aber wenn du nicht einer von vielen Imitaten sein willst, ist es notwendig. Dein eigener Stil ist das einzige, was dich von anderen abhebt. Viel mehr Worte kann ich dazu nicht sagen, vielmehr Tipps auch nicht geben, es ist schließlich DEIN Stil.

4. Halte deinen Stuff zurück

Der Hörer wird am Ende nicht wissen, dass du drei Nächte am Stück an diesem einen Part gesessen hast, ihn zehnmal neu aufgenommen hast, er wird nicht sehen, wie du stundenlang an den Backups herumexperimentiert hast. Der Hörer wird nachher nur feststellen, dass du halt in der dritten und achten Zeile offbeat bist und den Track scheiße finden und abhaken. Halte dich also zurück. Wenn du nicht mit einem natürlichen Taktgefühl gesegnet bist, übe dich in Rhythmik. Einer der größten Fehler von Anfängern ist, dass sie so stolz auf ihren fertigen Track sind, dass sie vor lauter Fassungslosigkeit nicht merken dauernd neben dem Takt zu sein oder stimmlich zu verkacken. Die vernichtenden Kritiken treffen sie dann umso härter. Also: übe, übe, übe, und wenn du halt diese eine Stelle mit dem Text auch beim achtunddreißigsten Mal nicht ohne zu Holpern hinkriegst, dann versuche es ein neununddreißigstes Mal. Und sei beruhigt: mit der Zeit wird dein Rhythmus- und Taktgefühl sich schärfen, das liegt in der Natur der Sache. Später wird das alles routinierter, später brauchst du keine vierzig Anläufe mehr für eine Strophe. Aber jetzt eben schon. Nimm dir die Zeit, wenn du nicht einer von vielen sein willst. Die Hörer, denen du nachher ungefragt deine Ergüsse servieren wirst, werden es dir danken. Damit kommen wir auch direkt zum nächsten Punkt.

5. Scheiß auf das Feedback

Dank Myspace und Internet-Rapforen kann man sich innerhalb kürzester Zeit von einer anonymen Öffentlichkeit Kritik und Feedback einholen, und wie man gemeinhin sieht, wird diese Möglichkeit auch gerne genutzt. Aber bitte nicht von dir. Du brauchst kein Feedback. Dein Track ist ein Angebot für eine potenzielle Hörerschaft, es ist dein Track, du stehst dahinter, du weißt genau warum du den Track so und nicht anders gemacht hast. Feedback à la "Der Reim da ist doof und dort solltest du lieber dies machen" ist sinnlos, denn du weißt warum du diesen doofen Reim da benutzt hast und dass du es ganz bestimmt nicht anders machen wolltest. Du kennst deinen Stil und stehst dahinter. Wenn du auf andere angewiesen bist, die dir dann sagen, dass du offbeat bist oder deine Stimme nach undeutlichem Gewisper klingt, dann ist es zu früh für eine Veröffentlichung. Wenn dir Reime egal sind, werden die Hörer dich sicherlich auf deine billigen "Rhymes" aufmerksam machen, aber es kann dir egal sein, weil du mit anderen Maßstäben an die Sache gehst. Deine Tracks werden nicht jedem gefallen, Geschmäcker sind eben verschieden. Also frage nicht nach Feedback, du kennst weder die Kompetenz der Internetuser noch ihren Geschmack, es wird dir in keinem Falle helfen.

6. Sei realistisch

Okay, du hast nun deinen ersten Track fertig, der Text ist unfallfrei eingerappt, er ist untegrrundmäßig, aber anhörbar abgemischt worden und nun hau ihn raus, auf welche Art auch immer. Aber sei realistisch. Denk an Punkt 1, es wartet immer noch keiner auf dich, du bist nach wie vor einer von vielen.
Beweise ihnen das Gegenteil!

Viel Erfolg!

Sonntag, 17. Mai 2009

Rap und Geld

Natürlich scheißt du aufs Geld. Du machst Musik aus Liebe zum Rap, aus allen möglichen Gründen, nur nicht für's Geld, daran denkst du gar nicht. Dein Traum ist es, deine CD im Media-Markt unter den Neuerscheinungen zu sehen, oder ein Publikum zum Ausrasten zu bringen. Du rappst aus Spaß, weil du Rap immer gerne gehört hast und weil dich irgendwas antreibt, das dir sagt, dass du es besser machen willst und kannst. Also fängst du an, über Myspace ist das kein Ding. Du stellst deine ersten Tracks online, die Resonanz ist positiv, du freust dich. Dann merkst du, dass die meiste Resonanz von Leuten kommt, die selber auch rappen, du schaust dich auf Myspace um, und ein leichtes Unbehagen beschleicht dich, denn dem Angebot von einer regelrechten Armada aus Nachwuchsrappern steht eine verschwindend geringe Gruppe von Leuten entgegen, die Rap "nur" hören. Aber gut, du hörst dir die Mucke von den Leuten, die dich gelobt haben, an und findest es okay, manche sind vielleicht besser, aber die meisten sind schlechter. Du machst mehr Tracks, du verfeinerst deine Technik, deinen Stil, du machst Features mit ein paar Leuten, die deine Tracks positiv kommentiert haben (ausgenommen der nervtötende Spast da mit dem Headset und ohne jegliches Taktgefühl). Du veröffentlichst eine Free-EP, dein ganzer Stolz, du hast dir Mühe gegeben. Aber es ist eine von vielen, wie du feststellen musst, eine von tausenden, hunderttausenden.
Reicht dir das? Einer von Tausenden zu sein? Wenn ja, wirst du noch ein paar Free EPs machen und irgendwann das Interesse an Rap verlieren, du wirst Ausbildung/Schule/Studium zu Ende bringen, einen Beruf ergreifen, und dein Traum von einer Rap-Karriere ist irgendwann verblasst, irgendwo abgeheftet zwischen "Traumberuf Astronaut" und dem Lottogewinn.
Man sagt ja auch, man solle aufhören, wenne s am Schönsten ist. Aber es reicht dir nunmal nicht, Free-EPs genügen dir nicht mehr, du willst mehr. Das liegt in der Natur der Sache. Du denkst natürlich nicht ans Geld, aber dein Traum von der CD im Media-Markt, dem Auftritt vor tausenden begeisterten Fans, sitzt dir im Nacken und treibt dich an. Die Kommentare deiner Hörer werden überschwänglicher, "Der hat's voll drauf", "aus dem könnte was werden" usw., alles Dinge, die dich bestätigen. Du stellst ein Demo zusammen, verschickst es an ein Fachmagazin, an Labels. Es gibt keinerlei Resonanz, aber damit hast du gerechnet, also machst du weiter, noch eine Free-EP, ein Auftritt, ein neues Demo. Du willst dranbleiben, denn die meisten geben an dieser Stelle auf, sie verlieren den Spaß an der Sache, hassen das "Game", die angebliche Korrumpiertheit der ganzen verfickten CEOs und Redakteure, die ihre Genialität nicht erkennen wollen, sie machen Ausbildung/Schule/Studium zu Ende, ergreifen einen Beruf und hören nur noch Schlager, die alten Rap-CDs werden auf Ebay vertickt.
Aber zu denen gehörst du nicht. Du bist beharrlich, du bleibst dabei, dein Traum treibt dich an.
Und dann geschieht einer dieser Zufälle, du lernst jemanden kennen, der jemanden kennt, irgendein Praktikant bei einem Magazin entdeckt dein Demo im Mülleimer und schiebt es aus Langeweile ein, ist begeistert und gibt es weiter, whatever: irgendetwas passiert, was dir das Gefühl gibt, voranzukommen, du bekommst eine Chance. In einem Fachmagazin wirst du in einem Nebensatz als Geheimtipp erwähnt, du bist der Ohnmacht nahe. Deine Hörer, Fans, was auch immer, freuen sich für dich, sie warten gespannt auf neuen Stoff von dir, du recordest neue Tracks, gibst dir Mühe, du willst es allen Beweisen.
Ein Label wird auf dich aufmerksam, wahrscheinlich ein kleines, natürlich kein Major, aber das ist dir egal, du bekommst so etwas wie einen Deal, die Konditionen sind dir scheißegal, hauptsache es geht vorwärts. Du bringst ein Mixtape oder eine EP raus, sie steht nicht im Media-Markt, aber es ist ein Anfang. Du wirst gebucht, trittst vor ein paar Leuten auf, du wirst gefeiert, du kannst es kaum fassen. In der Zeitschrift haben sie dich als "Newcomer-Geheimtipp" klassifiziert, sie bringen einen Artikel über dich, vielleicht ein kleines Interview, deine EP bzw. das Mixtape werden positiv besprochen, du fühlst dich wie Gott. Deine Fans feiern dich, sie lieben deinen Scheiß, sie verbreiten ihn im Freundeskreis, dein Deal sieht ein Album vor, eines, was auch im Media-Markt stehen wird, du machst dich dran, du arbeitest hart, du willst es allen beweisen.
Dann erscheint dein Album, und dein Traum ist erfüllt, du gehst zum Media-Markt, da steht es, du fühlst dich wie Gott, das ist DEIN Album. Es ist dir scheißegal, wieviel du verkaufen wirst, das ist DEIN Album. Eine Fachzeitschrift bespricht es, vielleicht positiv, vielleicht negativ, schlimmstenfalls überschwänglich, denn dann könnte ein Hype generiert werden, und der wäre tödlich, aber davon willst du jetzt sowieso nichts wissen, es ist nicht wichtig. Es wird positiv besprochen, deine Fans sind begeistert, die alten Leute von Myspace schreiben dir, auf einmal wollen sie alle ein Feature mit dir, natürlich wollen sie das, sie erinnern dich daran, dass sie es doch waren, mit denen du damals deine ersten Tracks gemacht hast, aber du antwortest schon gar nicht mehr auf die Mails, es gibt zuviel zu tun, ein paar Auftritte müssen absolviert werden, Album-Promo, das ganze Programm, du bist jetzt ein Teil davon, mit deiner CD im Media-Markt.
Man sagt, man solle aufhören, wenn es am Schönsten ist. Aber du merkst, dass die Erfüllung eines Traumes nur bedeutet, dass neue Träume an die Stelle treten.
Du kannst nicht aufhören, denn ES hört nicht auf, die CD steht bei Media-Markt, eine zweite muss hinterher. Du gibst Interviews, bringst die typischen Antwortphrasen auf typische Fragen, Hiphop ist dein Leben bzw. du scheißt auf Hiphop, je nachdem. Dein Album läuft gut, die Leute sind begeistert, auf einmal reviewt jedes Magazin dein Album, die Leute behandeln dich anders. Auf der Straße wirst du noch nicht erkannt, aber manchmal gucken Leute komisch, so als ob sie dich von irgendwoher kennen. Du bekommst etwas Geld, du freust dich, es ist natürlich nichts im Vergleich zu dem Fame, dem neuen Lebensgefühl als Rapper, aber es ist ein Bonus, kauf dir was Schönes davon.
Du kriegst immer mehr Post, die Leute fragen, wann es neuen Stoff von dir gibt, sie sind verrückt nach dir, du fühlst dich wie Gott. Die alten Leute von Myspace ärgern sich, dass du ihre Mails nicht mehr beantwortest, vor allem der Spast mit dem Headset und ohne Taktgefühl, er schreibt wie scheiße du geworden bist, eine arrogante Sau, aber das ist dir egal, der harte Kern deiner Fans ist da, sie lieben dich und deinen Stil, dein Album läuft gut, du bekommst noch etwas Geld, kaufst dir was Schönes.
Dann werden die Fragen nach dem zweiten Album lauter, man sieht das Potenzial in dir, aus dir könnte was werden, merkwürdige Weiber kommen auf einmal an, die dich vorher mit dem Arsch nicht angeguckt hätten und buhlen um einen Schluck deines Erbguts, du fühlst dich wie Gott, es läuft phantastisch.
Man sagt, man solle aufhören, wenn es am Schönsten ist. Das soll wohl ein Witz sein!
Dein Label meldet sich, ein Major hat Interesse angemeldet. Sie würden dein zweites Album gerne rausbringen, sie sehen Potenzial in dir, sie besorgen die Promo, sie regeln alles. Und du hörst zum ersten Mal das Wort "Vorschuss". Und auf einmal ist auf deinem Konto mehr Geld als jemals zuvor, für nichts, für dein zweites Album, was du noch nichtmal angefangen hast. Du fühlst dich wie Gott.
Die Zeitschriften schreiben, die Erwartungen an dein zweites Werk sind hoch, natürlich sind sie das, aber hey, du hast es schließlich drauf. Du kaufst dir eine Menge schöner Sachen von dem Vorschuss und machst dich an dein zweites Werk, aber du merkst, dass es schwieriger ist, die Erwartungen an dich, die kanntest du schon, aber sie waren nie so erdrückend. Aber das ist egal, dein Major hat die Stadt mit dem Cover deines neuen Albums plakatiert, die Leute, die dich komisch angucken werden immer mehr, manche kommen auf dich zu und sagen "Ey bist du nicht DU?" und du sagst "Ja" und bist stolz, du fühlst dich wie Gott. Du gibst Interviews, du lädst deine Kumpels zum Saufen ein, du hast auf einmal eine Menge neuer alter Kumpels, sie nennen dich "den Starrapper" im Spaß, aber dich beschleicht das Gefühl, dass sie es auch so meinen.
Du hast ein paar Tracks vom zweiten Album fertig, aber es will irgendwie nicht so recht, und auf einmal ruft einer vom Major an, und du lernst nach "Vorschuss" das zweite wichtige Wort kennen, es heißt "Deadline", dein Album muss fertig werden. Na gut, denkst du, scheiß drauf, du kackst ein paar Tracks hin, ein paar namhafte Produzenten werden das schon aufmöbeln.
Man sagt, man solle aufhören, wenn es am Schönsten ist. Aber man kann nicht aus einem Riesenrad steigen, wenn es ganz oben ist.
Dein zweites Album erscheint. Du hattest Pech, denn das erste Album hat einen Hype generiert. Der Jubel in den Fachzeitschriften fällt verhalten aus, naja, es ist okay, aber kommt nicht ans erste Album ran, aber das ist nicht das Schlimme. Deine alten Fans, die dein erstes Album so gefeiert haben, sie werden verdrießlich, das ist irgendwie nicht mehr so wie das Alte, stänkern sie, damals war mehr Herz dabei, das klingt irgendwie nach Geldmacherei, seit du beim Major bist geht's bergab, immer öfter liest du sowas in den einschlägigen Foren und irgendwie machen dir die Beiträge des Spasten mit dem Headset und ohne Taktgefühl auf einmal was aus, wenn er wieder schreibt, er habe es ja schon immer gewusst, du seist 'ne arrogante Sau, deine Mucke wäre richtig kacke und deine neuen Fans sind alles Opfer. Überhaupt, die neuen Fans. Es sind viele, die Promo durch deinen Major hat sie angezogen, sie lieben dich, sie sagen, deine Mucke wär ihr Leben, sie feiern dich wie einen Gott, und fast alle haben dein Album heruntergeladen.
Dein Major meldet sich, das Album blieb hinter den Erwartungen zurück, der Verkauf ist schleppend, naja, eigentlich beschissen. Du bist sauer, du sagst, du willst ein drittes machen, du willst es allen beweisen, ein drittes, mhm, man müsste mal sehen, sagen sie, aber in Wahrheit haben sie dich längst aufs Abstellgleis gestellt. Deine neuen Fans, sie kommen wenigstens zu deiner Show, manche jedenfalls, aber es bleibt hinter den Erwartungen zurück, alles, irgendwie. Deine alten Fans werden immer biestiger, es kommt dir so vor, als ob sie dich regelrecht hassen, wenn du manchmal abends in den Foren nachliest, was sie so schreiben, du habest deinen Arsch verkauft, du seist 'ne Kommerzhure geworden, die Majorschwänze bläst, das ganze Programm.
Dein Hype ist vorbei, nun hat dich die Realität wieder. Leute erkennen dich auf der Straße, aber es ist irgendwie anders geworden, deine zweite CD hat zwar jeder, aber irgendwie hat keiner für sie bezahlt, so kommt es dir zumindest vor. Du schlägst die Zeitschriften auf, dort steht nichts mehr über dich, da ja auch nichts neues mehr kommt, andere Namen stehen dort, neue Namen, neue Newcomer, neue Geheimtipps. Manchmal taucht dein Name noch auf, aber es ist anders, wie gesagt. Du wirst depressiv, wütend, du weißt nicht wohin mit deiner Wut, du würdest gerne ein neues Album machen, aber dein Major lässt dich nicht, du überlegst ob du es wieder independent machen sollst, du willst es allen beweisen, aber es ist irgendwie alles wieder wie zu Beginn, wie bei Myspace, du bist einer von vielen, von sehr vielen.
Dein Vertrag mit dem Major läuft aus, du bist wieder frei, du hast die ganze harte Zeit über an dem Album gesessen, dem neuen, wo du deine Wut, deinen Hass, deine Verletztheit reingesteckt hast, du bringst es independent raus. Es spielt nichtmal die Presskosten ein, denn es gab keinen Major der Promo gemacht hat, die Magazine haben am Rande darüber berichtet. Deine neuen Fans wissen von dem Album nichts, und die alten wollen von dir nichts mehr wissen. Du sitzt auf einem Haufen CDs und fragst dich, was die ganze Scheiße eigentlich noch soll.
Und dann denkst du dir, na gut, und kündigst groß an, dass du aufhören wirst mit Rap, ein letzter Schrei nach Aufmerksamkeit, darüber berichten sie sogar alle, ebenfalls eine Randnotiz, eine Meldung. Und dann sitzt du abends da, liest in den Foren, was sie über dich schreiben, über deine Rücktrittsankündigung, ist eh nur Promo, sagen sie, gut, dass der Spast endlich aufhört, sagen sie, ein Opfer weniger, manche sagen, sie mochten dich, aber ein echter Verlust wäre es nun auch nicht, ganz wenige nur ergreifen Partei für dich, aber sie sind die absolute Minderheit gegenüber denen, die sagen "Er hat doch eh nur wegen der Kohle gerappt, gut dass er aufhört".
Okay.
Nun kannst du aufhören.

Montag, 27. April 2009

Kein Grund zur Beruhigung

Gerade "aus Versehen" auf BILD.de gestolpert und "aus Versehen" geklickt. Und was findet sich dort schönes?

  • Schweinegrippe: Die Welt kämpft gegen den Killer-Virus
  • Schweinegrippe: Wie viele Menschen tötet dieser Virus noch?
  • Schweinegrippe: Deutschland rüstet sich gegen Grippevirus
  • Post von Wagner: Tödliche Schweinegrippe
  • Schweinegrippe: Überrollt das Virus jetzt auch die USA?
  • Schon 68 Tote! Schweine-Grippe wütet in Mexiko

Bitte brechen Sie JETZT in Panik aus, gottverdammte Schweinebande!

Sonntag, 22. März 2009

Amoklauf der Prävention

Mit brennender Sorge und steigendem Befremden beobachte ich die Kollateralschäden des Amoklaufs von Winnenden. Nachdem kurz im Anschluss an die Tragödie vom 11. März 2009 die bundesdeutsche Presse sich in einem beispielhaften Amoklauf durch die Paragraphen des deutschen Pressekodex' metzelte ("Anonymisieren? Bang! Journalistische Sorgfaltspflicht? Bang! Unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt? Ratatatata...") und bei abendlichen Talkrunden sog. Experten, also die altbekannten "Kommentarwichsmaschinen" (Max Goldt), den Amoklauf der Schuldzuweisungen tätigten, sollte man knappe 2 Wochen nach den tragischen Ereignissen meinen, wieder im Normalzustand angelangt zu sein.
Sollte. Nun, während ich nach diesem langen einleitenden Satz eben Luft hole, lassen wir kurz die öffentliche Meinungsonanie Revue passieren. Die Schuld- und Ursachenfrage konnte im Gegensatz zu Erfurt (Counterstrike & Slipknot!) und Emsdetten (Final Fantasy & Lebensfrust!) nicht eindeutig geklärt werden konnte (Far Cry? Beretta im Nachtisch? Tischtennis? Bondage? oder doch Mozarts "Entführung aus dem Serail"?), was allerdings nicht bedeutet, dass die größten Wichser etwas dazugelernt hätten. Nach wie vor sind es natürlich Killerspiele, irgendwie auch das Waffen-Recht und über 30 Ecken bestimmt auch wieder gewaltverherrlichende Musik, die da Schuld haben. Aber selbst in der BILD-Zeitung wurde die Tatsache, dass es sich lt. Zeugenaussagen bei dem Amokläufer von Winnenden um einen netten, zurückhaltenden jungen Mann gehandelt hat, dem solch eine Tat niemand zugetraut hätte, derartig häufig betont, dass man diesmal nicht auf das eindimensionale Klischee des Killerspiel-Kellerkinds, des soziopathischen Sonderlings zurückgreifen konnte.
Deswegen wurden neben dem üblichen Geschrei & Gegeifer nach der Verschärfung des Jugendschutzes, Waffenrechts etc. nun auch Stimmen laut, die sensibelst eine "Kultur des genauen Hinsschauens" herlamentierten, um "frühe Warnsignale" zu erkennen und ggf. präventiv das schwarzwerdende Schaf in die Reinigung zu kriegen, ehe es zu spät ist. Also ehe es Amok läuft, versteht sich. Das Schaf, das halbschwarze. Verdammt, ist das kompliziert.
Aber wir leben ja in einem Land, welches dankbar auch den schwachsinnigsten Aktionismus bejubelt, hauptsache es sieht so aus, als würde etwas getan. Der Rektor einer Düsseldorfer Schule erzählte der Rheinischen Post stolz, man habe jetzt Präventiv-Maßnahmen eingeleitet: Jeder Schüler solle, natürlich unter vier Augen beim Lehrergespräch, Schüler nennen, bei dem oder denen er "Bedenken" habe. Und dieses Mal werden nicht nur die Killerspiel-Kellerkinder und soziopathische Sonderlinge, die ja ohnehin unter Generalverdacht stehen, die Leidtragenden sein. Denn der Amokläufer von Winnenden war nicht nur "nett" und "zurückhaltend", sondern angeblich auch "depressiv". Aha. Was bei der gegenwärtigen Amok-Hysterie vermutlich dafür sorgen wird, dass jeder, der nicht mit lobotomisiert-fröhlichem Gesichtsausdruck die binomischen Formeln aufsagt, sondern stattdessen mit Sorgenfalte auf der Stirn aus dem Fenster stiert, von einem Team ambulanter Psychologen und Sondereinsatzpädagogen derart therapiert wird, dass ihm gar nichts anderes übrigbleibt als sich krank zu Lachen.
Klar, das ist übertrieben. Aber was ist in diesen Tagen nicht übertrieben? Dass der gesunde Menschenverstand offensichtlich flächendeckend heruntergefahren wurde, sieht man am Deutlichsten an einem weiteren Kollateralschaden der ganzen Geschichte, dem Rapper Kaas und seinem Musikvideo, welches einen Amoklauf zeigt. Das tragische ist hierbei, dass Kaas nun vermutlich der letzte Rapper ist, der in irgendeiner Weise Gewalt verherrlicht; ganz im Gegenteil, gerade Kaas hat eine künstlerische Intention, eine positive Message, er ist letzten Endes der Prototyp des oft als Öko-Hippie-Hopper geschmähten Conscious-Rappers - und ausgerechnet ihn pickt man sich heraus, um einen Sündenbock zu haben. Nein, gesunden Menschenverstand sucht man leider vergebens.
Das Tragische an diesem Beispiel ist jedoch nicht die bisweilen ins Groteske driftende Absurdität des ganzen medialen Spektakels; das Tragische ist, dass allein am Beispiel von Kaas sich dieser ganze schlagzeilentaugliche Genau-Hinschauen-Warnsignale-Beachten-Pomp als der lauwarme Furz entlarvt, der auch letzten Endes ist. Wer genau hingeschaut hätte, hätte den Disclaimer gesehen, den Kaas seinem Video vorangestellt hat, der hätte außerdem festgestellt, dass das Musikvideo Szenen des Diplom-Abschlussfilms „Amok“ von Peter Lenkeit enthält. Aber statt genau hinzuschauen verlegt man sich lieber auf Sperrfeuer.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass dem Sperrfeuer vor allem Unbeteiligte zum Opfer fallen, beispielsweise Leute mit roten Haaren. Quatsch, meine natürlich: Leute mit den falschen T-Shirts. Ich habe schon mehrfach von Hirntot-Fans gehört, welche wegen des Tragens von "Hassrapper"-Shirts umgehend zum Rektor ihrer Schule zitiert und darauf hingewiesen wurden, dass solcherlei "rechtsradikale Kleidungsstücke" an der Schule verboten wären. Und beispielhaft auch der Klassenbucheintrag, den ein Schüler erhielt, welcher einen Hirntot-Sticker auf seinem Ordner hatte: "K. befürwortet Gewalt, das zeigt er mit einem Aufkleber der Gruppe 'Hirntot' auf seinem Hausaufgabenheft".
So einfach ist das. Was braucht man auch genau hinschauen, wenn die Amokläufer von morgen schon anhand der Musik, die sie hören bzw. der Kleidung, die sie tragen identifizierbar sind? Nein, nein: solange Lehrer sich für ihre Schüler genausowenig interessieren wie Eltern für ihre Kinder wird sich nichts ändern. Vielleicht ist es an der Zeit zu akzeptieren, dass eine Gesellschaft wie unsere, die immerhin so krank ist sich 20 verschiedene TV-Magazine für ein und dasselbe Fernsehprogramm zu leisten, mitunter abgedrehte Individuen hervorbringt.

Samstag, 20. Dezember 2008

Teenieslasher

Um mal wieder hier reinzuspucken..
Also, wie jeder halbwegs hirntot-informierte Atze wissen müsste ist "Lady Bitch Gay" am 5.12. zeitgleich mit Hirntot Records "Greatest Hits 2" erschienen, und das Album war in nichtmal einer Woche im Hirntot-Shop ausverkauft, weil unsere Fans einfach der Wahnsinn sind. Wer das Teil noch nicht hat kann es sich allerdings noch im Großhandel, auf Amazon oder bei Distributionz holen, aber wer weiß wie lange noch? Also zuschlagen!
Und ihr wisst ja, wer illegal downloadet ist ein Hurensohn, das ist ein Naturgesetz.

So, und um mal was halbwegs Sinnvolles hinzurotzen - falls das überhaupt geht - gibt's jetzt ein paar extrageile Infos direkt von Hinter-den-Kulissen wech über unsere völlig hirntote Arbeitsweise.
Wie jeder zurückgebliebene Mutterficker mittlerweile wissen müsste sind wir übelste Arbeitstiere, die sich keine Pause gönnen und kräftig drücken, um unsere Scheiße rauszupressen (haha). Während andere Rapper sich die Motivation wegkiffen oder fünf Jahre lang an 'nem 8-Zeiler sitzen, weil sie irgendwie derbe Punchlines über die Weltwirtschaftskrise in vierfach-Doppelreim-Tripletime-Kaka furzen wollen, geben wir Vollgas (nochmal haha) und liefern unseren treuen Fans ein hochwertiges Release nach dem anderen.
Viele fragen sich: wie entsteht bei Hirntot ein Album?
Darauf gibt's keine Pauschalantwort, aber ich will mal anhand meines bald erscheinenden 2ten (a.k.a 4ten) Soloalbums "Der Teenieslasher" erklären, wie das Ganze abzulaufen pflegt. Es beginnt mit einer simplen Idee: ich hab eine Zeit lang (definitiv zuviele) Freitag-der-13te-Teile geguckt und die Macheten-Eishockeymasken-Atze Jason abgefeiert. Weil ich ein wissbegieriger alter Sack bin, habe ich mir in diversen Lexika noch einiges Wissen über das Slasher-Filmgenre als solches angeeignet (und glaubt ma, es ist hochinteressant was für kranke Interpretationen es gibt; da wird der Slasher als Sinnbild für konservativ-puritanisches Gedankengut, der die Jugend für ihr Sex&Drugs-Getue bestraft, gehandelt) und als mir beim Lesen das Wort "Teenieslasher" ins Auge fiel, war die Idee geboren. Die Idee zu einem Track, wohlgemerkt. Ich machte also einen Beat und begann einen Text zu schreiben, aber irgendwie geschah das gleiche wie bei "Lady Bitch Gay": mir kamen dank der zahlreichen Slasherfilm-Klischees immer mehr Ideen, und schließlich hatte ich einen Haufen von potenziellen Tracktiteln sowie einen halbfertigen Text. Ich rief Blokkmonsta an und erzählte ihm von der Idee und dem Konzept. Denn ohne Konzept ist ein Album nichts als eine Ansammlung von Tracks. Konzept bedeutet nicht, dass die Tracks einen unbedingten direkten Bezug zueinander haben müssen, sondern dass eine Art übergeordnete Idee über dem Ganzen schwebt, eine Vorstellung von dem fertigen Produkt. "Teenieslasher" soll schließlich nicht nur slasherfilmtypisch über das Abmurksen einer Bande verkiffter sexgeiler Teenies berichten, sondern das Genre als solches unter die Lupe nehmen: die vielen Fortsetzungen, die Slasherfilme nach sich zu ziehen pflegen ebenso wie die latente Frauenfeindlichkeit des Genres, die finale Hetzjagd, das Töten des Slashers und sein mysteriöses Wiederauferstehen im nächsten Teil... Whatever, Blokkmonsta gefiel die Idee und er setzte sich gleich daran, schöne düstere Beats zu produzieren, die er mir schickte und ich begann auf die Teile zu schreiben.
Da wir bekanntermaßen auf irgendwelche Punchlines und kulturell wertvolles Textgut großzügig zu Scheißen pflegen gehen Texte bei uns immer recht schnell, wohlwissend, dass uns theoriegefickte Hiphop-Nerds dafür hassen, aber hey: viel Feind, viel Ehr'!
Mit einem Haufen Texten im Gepäck ging es nach Berlin und ich nahm die ganze Chose an ein paar Tagen auf.
Jetzt muss das Ding noch geschnitten und gemastert, einige Features abgeliefert sowie ein stimmiges Artwork für die CD erstellt werden und dann ist das Teil auch schon fertig, wiedermal knallharter Psychokore für die Hirntot-Atzen da draußen.
So, und jetzt hab ich auch schon keinen Bock mehr hier weiterzuschreiben und wünsche euch ganzen Saftsäcken ein schönes Wochenende.

Dienstag, 11. November 2008

Nix als Arbeit!

So, nach extrem langer, für Internet-Verhältnisse geradezu episch langer Zeit nehm ich mir mal ein paar Minuten Zeit, um einen kurzen, informativen Cumshot in diesen schönen Blog zu spritzen!
Blokkmonsta & ich arbeiten momentan auf Hochtouren, um euch pünktlich zum 5.12. ein Adventsbundle zu präsentieren, dass sich aber mal sauber gewaschen hat:



also, zuschlagen! Damit ihr diesem Hurensohn Knecht Ruprecht die volle Hirntot-Power um die Ohren wemsen könnt, wenn er mit der Rute kommt, denn echte Atzen sind halt nicht brav... oder doch? Ich für meinen Teil hab heut im Supermarkt 'ne alte Dame um die 70 vorgelassen, so wie es anständige junge Mutterficker immer tun sollten!

Ansonsten war ich am Wochenende in München auf 'nem Familienfest und bin nachts mit meinem Cousin noch in so 'ner hässlichen, kleinen Teeniedisco namens "M-Park" versackt. Halleluja, ein Paradies für jeden Misanthrop! Höhepunkt des Abends war definitiv, als irgendso 'ne Schrapnelle meinen Cousin grüßte und sich kurz mit ihm unterhielt, er sich dann zu mir rüberbeugte und dann sagte "Ich würd euch gerne vorstellen, aber ich hab keinen Plan mehr, wie die Olle heißt"... Atze halt! Nicht lustig? Muss man wohl dabei gewesen sein, scheiß drauf.

So, und jetzt müssen wir hier mal schön weiterackern, also haltet die Ohren steif, seid nett zu euren Nachbarn und bestellt euch das Adventsbundle vor!

Peace & Bis bald!

Donnerstag, 9. Oktober 2008

LADY BITCH GAY!!!

Vorhang auf für "Lady Bitch Gay" (HT043), eines der härtesten deutschen Dissalben! Schwartz, seines Zeichens Mutterficker & erklärter Feminist, richtet sich mit diesem Tonträger gegen die wohl größte Frauenfeindin, die in diesem Land frei herumläuft. Auf den meisten (aber nicht allen) Tracks bekommt Lady Bitch Ray ihr wohlverdienstes Fett weg, dabei gibt es neben dreckigen Doubletimeparts und dem typischen schwar(t)zen Humor auch sozialkritische Themen, denn wo kommen wir hin, wenn eine profilneurotische Paradiesvogelpussy über den Bordsteinschwalben-Boulevard stolziert und sich als Vorbild für die weibliche Jugend bezeichnet?!

Die Releasedatum, Features und Trackliste werden demnächst bekannt gegeben - solange genießt die Videoauskopplung "Penis Style" in schönster Hirntot-Untergrund-Manier!





Freitag, 26. September 2008

CRASH

Meine Festplatte ist verreckt, diese Hurentochter! Nicht nur, dass dadurch etwa 40% meiner umfangreichen, mühsam zusammengeschnipselten Sampledatenbank im Daten-Nirgendwo verschütt gegangen ist, nein, auch alle meine in sorgsamer Kleinarbeit geschnittenen und gemasterten LBG-Parts sind weg! WEG!
Glücklicherweise gibt es ein Backup vom Studiorechner, und ich hab meine HD-Schlampe zur Datenrettung geschickt, aber die LBG-Parts muss ich trotzdem neu schneiden. Die schönste Arbeit die man sich vorstellen kann!
TECHNIK IST HURENSOHN!

Montag, 1. September 2008

Deep Thoughts II

Wusstest Du schon? In dem Augenblick, wo du ein Hirntot-Album auf irgendeine Updownloaderkackbastardseite lädst, lässt deine Mutter in der Küche den Kochlöffel fallen, sprintet auf die Straße und pflanzt sich dem nächstbesten hepatitis- und tripperverseuchten Drogenjunk auf den Cholera-Puller.
Mysteriös...

Mittwoch, 20. August 2008

Rap und ähnlicher Dreck

Nachdem "Im Fadenkreuz" nun im Presswerk ist und ich endlich wieder so etwas wie Zeit hatte, hab ich mal kurz geguckt, was in der sog. "Hiphop-Szene" so alles abläuft und musste feststellen, dass sie anscheinend von einer Epidemie befallen ist. Anders kann ich mir den neusten Trend, der Welt mitzuteilen, dass man aufhört mit Rap, nicht erklären. Erst löst sich Optik Records auf (kannte bis auf Kool Savas niemanden davon), dann verlässt ein gewisser Manuellsen (never heard of) das sog. "Game" (Hiphop-Truehead-Fachterminus, yeah), Royal Bunker hat dichtgemacht und Eko Fresh hat ja schon vor einiger Zeit gesagt, dass er das mit dem Rappen nunmal lieber sein lassen wird.
Dass natürlich die ganzen nixblickenden Kellerkids in diversen Internetforen ihren sinnlosen Senf dazugeben müssen ist klar, neben dem typischen Haten ("Gut, dass der aufhört") und klugkacken ("Ist doch eh nur Promo") kommt noch typisch deutsches Weltuntergangsdenken dazu: "Deutschrap geht den Bach runter, die Ratten verlassen das sinkende Schiff" usw. Diverse Fakten um einbrechende Verkaufszahlen untermauern diese (R)apokalypse allerdings: Rap ist längst nicht mehr die coole Möglichkeit, schnell gutes Geld zu machen. Ist ja auch logisch: Egal wie dick die Titte ist, wenn ihr soviele Leute die Milch raus lutschen ist klar, dass am Ende nur noch Blut kommt, und aus den prallsten Monstermöpsen wird letztlich ein schlaffes Euter, das bis zum Knie baumelt.
Und seien wir mal ehrlich: es gibt soviele Rapper in Deutschland, dass es einer Seuche gleichkommt. Jeder kann sich für ein Monatsgehalt ein Studio zusammenkaufen, eine Myspace-Seite machen und das ganze dann "Label" nennen und erzählen, dass er die tightesten Flows von allen hat. Rapper, auch gute Rapper, gibt es wie Sand am Meer, herausragende dagegen nur sehr wenige.
Frage in den Raum gestellt: Was macht einen herausragenden Rapper aus?
"Tighte Flows mit Doublerhymes, die er auf dopen Beats droppt", ruft der Chor der Hiphop-Schwuchteln.
Falsch, ganz falsch. Ein herausragender Rapper funktioniert zunächst mal unabhängig von seinem Können, über seinen Namen. Kool Savas, Frauenarzt, Kaisa, Sido, Samy Deluxe, das sind Künstler, deren Künstlername zugleich eine Marke ist, damit assoziieren die Leute etwas. Wie gut diese Leute rappen ist dabei völlig egal, Fakt ist, man diskutiert darüber, ob sie gut rappen, und das bis zum Exzess. Ein herausragender Rapper polarisiert die Gemüter, er wird entweder geliebt oder gehasst und hat damit dem farblosen, uninteressanten und diskussionsunwürdigen Durchschnittsrapper nicht einiges, sondern alles voraus.
Das ist natürlich erstmal eine schlechte Nachricht für die ganzen Newcomer, die nächtelang Doubletime auf 90-BPM-Beats geübt und Zeilen mit Achtfach-Rhymes geschrieben haben, um sich irgendwann zum neuen Rapking krönen zu lassen, aber so läuft diese Geschichte nunmal. "Das ist ungerecht!" wird mancher jetzt sagen. Richtig.
Aber seit wann ist das Leben gerecht?

Mittwoch, 13. August 2008

Scheißblog

So, es wird mal wieder Zeit, dass ich den metaphorischen Finger in den Hals stecke und 'ne ordentliche Ladung Mageninhalt in diesen Blog kotze. Es ist ja bekannt: wenn man nicht jeden Tag irgend 'nen blöden Satz online stellt, denken die Leser der Blog wäre verwaist und lesen nicht mehr weiter... der Aktualitätsdämon hat mich sozusagen völlig in seinen Klauen, und damit liege ich voll im Trend, wenn ich an die aktuelle SPIEGEL-Ausgabe denke. "Macht das Internet doof?" fragt das Hamburger Dreckswochenblatt, und liefert in seinem Artikel natürlich gleich die Antwort: Ja, unser Menschenhirn ist nicht in der Lage, den Overkill an Informationen richtig zu bearbeiten, konzentrieren auf längere Sätze ist gar nicht mehr möglich und rein statistisch müsste jeder zweite Internetuser spätestens ab hier vergessen haben, wie dieser Satz eigentlich angefangen hat!
Ob das stimmt wage ich mal nicht zu beurteilen, Fakt ist jedenfalls, dass die Menschen heute mehr lesen als je zuvor, Fakt ist allerdings ebenso dass 90% davon wertloser Dreck ist, Spam-Mail, das x-te GMX-So-fickt-man-richtig-Kladderadatsch oder die neusten Lügen auf BLÖD-Online, alles Plunder, den das Hirn nicht braucht.
Das Witzige ist tatsächlich die Aktualitäts- und Aktualisierungssucht. Ich kenne Leute, die alle 10 Minuten auf SPIEGEL-Online nachsehen müssen, ob die Welt noch steht, die alle 10 Minuten ihre E-Mails abrufen usw. So ein schöner Urlaub in Offlineistan ist da mal nett... weswegen ich meinen Arsch jetzt gleich wieder auf den Balkon schwinge und mir die Sonne auf den Sack scheinen lassen werde!
Der Inhalt dieses Blogs, der dem Durchschnitts-Internetuser sowieso zu komplex wäre (würde jedenfalls der SPIEGEL sagen), ist übrigens genauso wertlose Rattenscheiße wie die aktuellste Info auf gmx.de: "Die Pille vernebelt die Sinne"! Ja mei, da brauchen die Weiber ja gar nicht mehr ihre Migräne vorzuschieben... Also, genießt das gute Wetter & erfreut euch eures Daseins!

Achso... "Im Fadenkreuz" ab 19.9.08, ihr sacknasigen Pelzfressen!!!

Freitag, 8. August 2008

Statusbericht

Die Woche in Berlin neigt sich dem Ende zu. Heut abend werden wir wahrscheinlich noch schön irgendwo essen gehen, aber bis dahin liegt auch noch einiges vor uns.
a) Die Arbeiten an der "Im Fadenkreuz"-DVD sind noch nicht ganz abgeschlossen, aber wir haben den größten Teil geschafft. Sehr gut!
b) Mein Album "L.B.G" (HT043) habe ich komplett aufgenommen. Das Teil wird sehr schön!
c) Zusätzlich haben wir eine ansehnliche Fotoreihe für das L.B.G-Cover vorliegen. Alle Fotos von Arno Nuehm, die Teile sind der Hammer.
d) Ich brauch Schlaf.
e) Alles Material für ein nettes Untergrundvideo zu einem Track von L.B.G haben wir beisammen. Die Kacke muss noch geschnitten werden, aber das Ding wird auch sehr cool werden. Promise!
f) Heute war 'ne andere Tille in der Backstube. Sauerei!
g) Und schon geht's wieder los...

Mittwoch, 6. August 2008

Tempeltown Tittentheater

Nachdem ich gestern schon um 23h tot im Bett lag (gewöhnlich ist für mich dann die Zeit für das Mittagessen), schlief ich heute mal richtig aus, sprich: ich stand statt um 5:30h um 6h auf. Yeah, die halbe Stunde hat's voll rausgehauen! Um 8:30h kam ich in derselben Bäckerei von gestern an, trank meinen Latte Macciato mit Vanille und fand die Titten der hübschen Bäckerin am selben Platz wie gestern vor. Während draußen die Rush Hour langsam in Gang kam ließ ich mich hervorragend vom Vorbau der Bäckerin und den Lügen der BLÖD-Zeitung unterhalten.
Und als ich eben um 9h bei Blokkmonsta aufschlug hab ich den Hänger natürlich wieder aus der REM-Phase gerissen... Und auch für heute ist der Zeitplan wieder enger als die Leggins deiner Mutter, bin sehr gespannt ob wir alles schaffen werden! Und wegen des Stress' hab ich auch keine Zeit für irgendwelche kacksinnvollen und tieffickenden philosophischen Gedanken, daher ist dieser Blog zur Zeit arschlangweilig. Aber vielleicht mach ich morgen ein Foto vom Bäckerbusen und stell's hier rein, dann kommt wieder Leben in den Puff...

Dienstag, 5. August 2008

Um 5:30h...

... bin ich heut morgen aufgestanden! Da Blokkmonsta zu diesem Zeitpunkt erst ins Bett gegangen ist hab ich den gesamten frühen Morgen (also nach meinen normalen Maßstäben: mitten in der Nacht) schön in einer Bäckerei in Tempelhof abgehangen, einen Kaffee getrunken und der hübschen jungen Bäckerin auf die Titten geglotzt. Gegen 9h riss ich Blokkmonsta dann aus seiner REM-Schlafphase damit wir weiter arbeiten konnten. Und nach bisheriger Einschätzung wird der heutige Arbeitstag definitiv bis 20h gehen...

Montag, 28. Juli 2008

Nachbarn

Die Nachbarn sind auch nicht mehr das, was sie mal waren... Habe neulich abends auf ein-bißchen-mehr-als-Zimmerlautstärke mir die "Im Fadenkreuz"-Tracks durchgehört, als es von oben auf einmal auf den Boden klopfte. Gut, dachte ich bei mir, mach ich halt etwas leiser. Drehe also das Volume runter, doch das Geklopfe hört nicht auf. Okay, es war schon 23h, ich machte die Musik dann ganz aus. Und wenige Sekunden später klopfte es wieder. Ach, fick dich selbst, dachte ich, machte die Musik wieder laut und drehte zusätzlich den Bass auf, so dass das Regal schon zu knarren begann. Daraufhin hörte das Klopfen auf. Sehr schräg.

Unreif

Ich durfte mir heute anhören, ich sei wegen der Musik die ich mache "unreif". Eine von vielen Meinungen, sicher, aber ich will sie mal zum Anlass nehmen, eine grundsätzliche Frage zu stellen: Wieso zum Teufel wird von der Musik, die jemand macht, auf die Person geschlossen? Ich mein, glaubt denn irgendwer tatsächlich, irgendwelche Mutantenstadl-Volksmusikanten würden den ganzen Tag dauergrinsend und -winkend durch die Gegend laufen und wären nonstop so Eppileppi-Happy, wie sie sich in ihrer Musik darstellen? Zeigen nicht so "Karrieren" wie von z.B. Britney Spears, dass sich hinter dem grimassenartigen Dauersmile im Grunde genommen tieftraurige Persönlichkeiten verbergen? Und ist es im Umkehrschluss nicht sehr gut vorstellbar, dass die krankeste Musik von privat sehr netten, umgänglichen Menschen gemacht wird? - ich denke da an den "Abschaum der Menschheit", meinen Atzen R.O.D (Gruß nach Amiland an dieser Stelle).
Interessanterweise wird diese Unterscheidung bei Filmschauspielern problemlos akzeptiert. Wir sehen Bruce Willis in "Die hard" 2 Stunden lang dabei zu, wie er als John McClane in Einzelkämpfermanier ein Hochhaus von Verbrecherpack & Gesindel säubert, aber kämen im Traum nicht auf die Idee, die Rolle, die er spielt auf die Privatperson dahinter zu übertragen.
Bei der Musik, insbesondere bei Psycho- und Horrorcore, wird hingegen das lyrische Ich mit der dahinterstehenden Privatperson gleichgesetzt. Eingedenk der Tatsache, dass ja nun doch jeder irgendwie irgendwann mal auf der Schule war, und man von Kleinauf eingetrichtert bekommt, das Autor-Ich und Erzähler-Ich niemals identisch sind, ist dies, ähm, ja genau: unreif. In höchstem Maße.
Um es auf den Punkt zu bringen: Bruce Willis rennt nicht mit gezogener Knarre durch Hochhäuser, Anthony Hopkins hat niemals die Leber seines Therapeuten gegessen und ich hab nie deine Mutter gefickt.
Glaub ich jedenfalls.

Sonntag, 27. Juli 2008

Neuer Freetrack

Donnerstag war ich bei meinem Atzen Gaizteskrank in seinem Studio in Neuss, und mit von der Partie war DNA von Hellraisa Records... dabei entstand dieser schöne Track:

DNA, Schwartz, Gaizteskrank - Stech den Typen ab

Viel Vergnügen beim Hören!
Selbstverständlich gibts das gute Stück auch auf meiner bzw. der Myspace-Seite der beiden anderen Künstler:

http://www.myspace.com/schwartzrap
http://www.myspace.com/psychourologin
http://www.myspace.com/shizofrengaizteskrank

Feiert & verbreitet das Zeug!!!

Freitag, 25. Juli 2008

Ride Sally Ride...

Zur Zeit brauch ich ein wenig musikalischen Urlaub von dem ganzen Rap-Zeug, und den find ich in den 60er... genauer gesagt, bei dem Über-Soulsänger Wilson Pickett:

http://youtube.com/watch?v=7upBJ63qGwY

Ich sag euch, wenn die ersten Takte dieses funky Grooves einsetzen schwillt mir der Sack schon aufs Zehnfache seiner Ursprungsgröße an, der Song ist der absolut zeitlose Überhit! Hört es euch an und ihr werdet mir zustimmen...

Dienstag, 22. Juli 2008

Im Fadenkreuz

Wie alle nun hoffentlich mitbekommen haben arbeiten Blokkmonsta, Uzi & ich derzeit an der CD "Im Fadenkreuz: Die wahre Geschichte der Hassrapper", zu der auch eine gleichnamige DVD erscheinen wird. Hier schonmal das Cover:


sowie der zugehörige Pressetext:

Blokkmonsta, Uzi & Schwartz - Im Fadenkreuz: Die wahre Geschichte der Hassrapper (CD & DVD) (HT042)

Zeit für die Wahrheit! "Im Fadenkreuz" ist die wahre Geschichte von Blokkmonsta, Uzi & Schwartz, die nach einem mehr als einjährigen Ermittlungsverfahren in einem in der deutschen Hiphop-Geschichte einmaligen Strafprozess wegen ihrer Musik verurteilt worden sind. Nach langem Schweigen liefern die von den Medien als "Hassrapper" betitelten Künstler auf diesem 18-Track-starken Longplayer nun endlich und langerwartet ihre Version der Geschichte ab - dies ist ihr Statement, in Form einer CD. Unterstützung bekommen sie dabei von hochkarätigen Künstlern wie Kaisa, Frauenarzt, Manny Marc, MC Basstard, B-Tight, Darkroom Familia, Dr. Faustus und Dr. Jekyll, die allesamt auch schon mit der Justiz und/oder BPJM in Kontakt gekommen sind. Für die Produktion zeichnen sich Blokkmonsta, Schwartz, SDBY, Krijo Stalka & Mystik Manners verantwortlich. "Im Fadenkreuz", das ist kein Psychokore, kein Gelaber, keine Fantasy, sondern 100% Real Talk!

An der "Im Fadenkreuz"-DVD arbeitet Hirntot Records bereits mit Hochdruck. Im Doku-Stil erzählen dort Blokkmonsta, Uzi und Schwartz über die Razzien, das Gerichtsverfahren, die Berichterstattung und vieles mehr. Außerdem kommen eine Menge weiterer Künstler zu Wort, die mit der Staatsgewalt bereits ihre Probleme hatten, darunter auch Größen aus dem US-Rap-Business, Fachleute und Journalisten liefern ihre Statements zum Gerichtsverfahren und den Hintergründen und ein umfangreiches Making-of von "Im Fadenkreuz" runden das Ganze ab. Und natürlich wird es noch weitere Specials geben, ihr könnt euch also überraschen lassen.

Demnächst gibt es mehr Infos, Trackliste, Snippet, Trailer, sowie Vorverkauf. Das Album und die DVD wird es natürlich deutschlandweit zu kaufen geben!
Danke an Smerli & Arno für das Cover-Design.


Feats:
Kaisa, Frauenarzt, Manny Marc, MC Basstard, B-Tight, Darkroom Familia, Dr. Faustus & Dr. Jekyll

Montag, 21. Juli 2008

Deep Thoughts

Neulich war ich mit einem Kumpel an einem See im Düsseldorfer Norden, wo sich zur Sommerzeit allerlei Menschenmüll tummelt, barbusige Babyboomermamas das klare Wasser verseuchen und kreischende Blagen mit ihren Schwimmflügeln aussehen wie fettleibige Barockengel... so richtig schön idyllisch, zum Kotzen!
Wie wir an diesem See sitzen und über Gott & die Welt philosophieren sagt mein Kumpel plötzlich mit sinnendem Gesichtsausdruck "Sachma... findste nicht auch, dass so 'ne Fotze aussieht wie'n Cheeseburger? Schön mit dem kleinen Schamlippen-Salatblatt, was da frech hervorlugt..."
Am späteren Abend jenes bedeutsamen Tages holte ich mir beim McDonalds an der Völklinger Straße noch sechs fetttriefende Fötzchen und speiste wie Gott in Frankreich.

Sonntag, 20. Juli 2008

Ursprünge...

Alle, die sich fragen wie man denn auf solche kranken, misanthropischen Texte kommt, wo dieser allgemeine Menschenhass seinen Ursprung hat, all denen sei eine Fahrt in der U-Bahn in Köln Samstagnacht angeraten.
Nachdem ich mir mit meinem Bruder und ein paar Leuten schön den Bauch mit Fleisch-Fondue vollgeschlagen und dazu ordentlich gezecht hatte und schließlich satt wie ein Mutterficker in der Bahn saß bot sich mit ein Bild des Grauens bzw. Schwachsinns.
Horden pubertierender Kids, gerade drei Haare am Sack aber dafür das Haupthaar hochgestachelt wie ein mutierter Igel, beschallen den Waggon mit dem blechernen Sound ihrer komischen I-Pod-Apparate, aufgetakelte Discoschlampen, denen das Make-Up bereits von den Bratzenfratzen abbröckelt und unter deren Minirock die Tamponfäden baumeln, herumschlurfendes Gothic-Gesocks, das einen permanenten Geruch von Moder und McDonalds ausströmt (was an den Cheeseburgern liegen mochte, die sie sich zwischen die schwarzgeschminkten Lippen schoben -- ein Bild für die Götter, wie die Fettsauce das blasse Gesicht herabrinnt!), irgendwelche verranzten Kommunen-Studenten die sich eine labbrige Pizza in die Laberluke stopfen, und draußen das typische Samstagabendpublikum, die auf der Suche nach was zum Ficken wie Zombies durchs Nachtleben schwanken, Lärm, Gestank, schrille Stimmen, gesichtsbehinderte Hässlichkeit, die sich einem natürlich genau gegenüberpflanzt und der die Dummheit der gesamten westlichen Welt in die Schnauze tättowiert ist, Rattenpack, Abschaum, Gesellschaft, Mensch!
Man möge mir verzeihen, dass ich angesichts solcher Eindrücke zu einem "Schön ist es auf der Welt zu sein"-Rap-Remix nicht fähig bin.

Mittwoch, 16. Juli 2008

Eine Hirntot-Story von 2005...

Als ich letztens mit Dr. Jekyll telefonierte fiel uns ein wie wir uns damals kennengelernt haben, und weil das eigentlich eine lustige Anekdote ist, möchte ich sie euch nicht vorenthalten. Im Sommer 2005 flog ich mit Akkkzt nach Berlin, wo wir uns mit Blokkmonsta trafen und ein wenig in seinem damals noch kleinen, verranzten Homestudio chillten. Später wollte Blokkmonsta sich noch mit Dr. Jekyll treffen (die zum damaligen Zeitpunkt noch nicht gerappt hat), und meinte, wir könnten sie ja gemeinsam abholen. Sie war damals noch mit Spraydose bewaffnet als MIZK unterwegs wollte ihm ihr neues Bombing zeigen (das heute recht bekannte BLOKKMONSTA-Bombing, ihr wisst Bescheid...)
So gingen wir zur U-Bahn (damals war Blokkmonsta noch kein taxifahrender Oberbonze) und fuhren zum Hermannsplatz, wo Jekyll bereits wartete und zustieg. Blokkmonsta stellte uns vor, Jekyll gab jedoch nur Akkkzt die Hand.
Blokkmonsta deutete auf mich und meinte: "Ey, da ist noch Schwartz."
Jekyll warf mir einen unverwandten Blick zu und sagte "Ehh, ja klar!"
Ich grinste, und Blokkmonsta: "Jek... das ist WIRKLICH Schwartz, der Atze aus Düsseldorf!"
Und ich sagte "Ja, ich bin dieser alte Mutterficker!"
Dann erst fiel der Groschen und wir lachten uns den Arsch ab. Ja, meine normale Kleidung ist eine ziemlich coole Tarnung, und noch heute wenn ich mit den Hirntot-Atzen unterwegs bin denken viele sicher ich sei Blokkmonstas Bewährungshelfer oder Uzis Urologe. Und außerdem zeigt es wiedermal, das hinter der Fassade des Normalmenschen immer die abgedrehtesten Hurensohnichzerfetzdeinegedärme-Gedanken lauern...

Gechillt in Unterbilk

Heute mit DNA und 'ner Freundin von ihr im sonnigen Unterbilk unterwegs gewesen. Die Sonne hat so richtig vom Himmel runtergeballert und es war heißer als deine Mutter, also haben wir uns in so ein schönes kleines mit alten verrunzelten Omas vollgestopftes Eiscafé gesetzt... und was bestellen die beiden Mädels sich? Einen richtigen "Für unsere kleinen Gäste"-mäßigen CLOWNSBECHER! Da kam ich mir mit meinem muttergefickten Eiskaffee noch älter vor...

Montag, 14. Juli 2008

Blas Schwanz, du Null(-Morphem)!!

Aus gegebenem Anlass bzw. weil es mir schon lange auf den Sack geht und mir erst vor einigen Tagen ihr Gesicht mal wieder aus einer bekannten Boulevardzeitung entgegengesprungen ist, muss ich ein paar Takte zu dieser hochnotpeinlichen Schwafeltitte Lady Bitch Ray verlieren. Okay - dass besagte Dame vor jedem öffentlichen Auftritt ihre Menschenwürde an der Garderobe abgibt ist zunächst mal ihre Sache und darüber will ich mich auch nicht groß auslassen.
Aber was mich aufregt ist die öffentliche Wahrnehmung dieser profilneurotischen Paradiesvögelpussy. Was zum Fick macht diese Tille so interessant für BLÖD-Zeitung & Konsorten?! Ich mein, wenn die Frau gerne rumerzählt, dass sie gerne Schwänze bläst und sich von fast jedem ficken lässt, dann hebt sie das zunächst mal nur auf das doch eher niedrige Niveau einer beliebigen 10€-Nutte, die bei "Vera am Mittag" über ihr Sexleben plaudert, das kann es also nicht sein. Dass Lady Bitch Ray dann irgendeinen halbsektiererisch anmutenden "Vagina-Style"-Magerquark drumherum dichtet und ihr doch eher althergebrachtes Nutten-Tun als Lifestyle und "neues weibliches Selbstbewußtsein" propagiert lässt einen dann erstmal Aufhorchen, und ein eher einfältiger Zuschauer mag jetzt schon ehrfürchtig erblassen - aber bei genauerer Betrachtung ist das halt auch nur eine Seifenblase. Letzten Endes läuft Lady Bitch Rays Vagina-Style-Gefasel darauf hinaus, dass Mädchen gefälligst so selbstbewusst sein und sich ihre Stecher selber aussuchen sollen. Aha. Mit Verlaub, Frl. Bitch, aber das ist seit Ende der 80er spätestens stinknormaler Alltag, das ganze als Novum verkaufen zu wollen ist schon etwas dreist.
Und wahrscheinlich würde sich auch völlig zu Recht keine Sau für eine mäßig talentierte Möchtegern-Feministin vom Bitch-Ray-Kaliber interessieren, wenn die Dame nicht - Trommelwirbel - Linguistik-Dozentin wäre! Nein! Ein Raunen geht durch das eindimensional denkende Deutschland! Mit einem Mal ergibt alles einen Sinn! Bzw. sollte einen Sinn ergeben, denn jemand mit Doktor-Titel quatscht ja nicht irgendeinen Scheißdreck daher... glaubt jedenfalls der durchschnittlich dämliche Journalist, und wenn Bitch Ray demnach "Fotze" oder "Ficken" sagt, dann ist das nicht die unflätige Äußerung einer x-beliebigen, nach Aufmerksamkeit jaulenden Talkshow-Schickse, sondern die konsequent durchdachte Nutzung eines jugendsprachlichen Jargons, mit dem Zweck - äh, ja, welchem eigentlich? Hier hört es nämlich schon auf.
Denn ob nun Doktorin, Doktorandin oder doch nur wissenschaftliche Hilfskraft, was auch immer Bitch Ray an der Uni macht, es hat nichts mit ihrem würdelosen öffentlichen Auftreten zu tun. Vereinfacht ausgedrückt: Eine Nutte ist eine Nutte, und dass sie erklären kann was ein Nullmorphem ist oder wo der Unterschied zwischen einer konversationellen und einer konventionellen Implikatur liegt hat keinerlei Einfluss darauf wie, ob und wann sie einen Schwanz bläst.
Das ganze Bitch-Ray-Brimborium zeigt wiedermal wie blöde dieses Land ist und wie einfach es sich verarschen lässt. Die Formel, von der Bitch Ray nutznießt, ist simpel: man nehme eine Stereotype (in diesem Fall eine nymphomanische, großmäulige Rotzgöre, die nix kann außer sich ficken zu lassen), erweitert es um einige (nicht minder klischeehafte) Infos, die das Klischee aufzubrechen scheinen (in diesem Fall mit der Tatsache, dass die großmäulige Rotzgöre studiert hat), und schon staunt Deutschland: Boah. Ne große Fresse haben und doch Linguistik-Dozentin sein. Das sowas möglich ist, voll krass ey.
Übrigens funktioniert die Formel natürlich auch umgekehrt; das wäre in diesem Falle dann z.b. die strenge Linguistik-Dozentin, die in ihrer Freizeit als Domina arbeitet.
Aber was soll's. "In der Zukunft wird jeder für 15 Minuten berühmt sein", sagte der Pop-Art-Künstler Andy Warhol vor einigen Jahren. D'accord. Und ich sehe zu, wie Bitch Ray sich von Harald Schmidt "Fotze" nennen lassen muss und vergesse doch glatt auf die Uhr zu schauen!

Der Hörspiel-Porno

Als Einstieg eine kleine Anekdote... Es begab sich, dass ich mit einer jungen Dame nach einem Besäufnis zu ihr nach Hause ging. Dort machten wir bis morgens um 5 Uhr Sachen, die andere nur aus den Biographien von Peter North oder Gina Wild kennen. Als wir am darauf folgenden Morgen schließlich aufwachten wunderten wir uns die ganze Zeit, warum es im Haus so laut war, jedes Gespräch das Leute im Treppenhaus führten konnte man Wort für Wort mithören. Klar, Altbau ist manchmal hellhörig... Aber als wir später aufstanden wussten wir auch wieso -- wir hatten über Nacht vergessen die Wohnungstür zu schließen, und dem Scheiß-Mietshaus einen Hörspielporno vom Feinsten geliefert!